Tarasp und Lai Nair

(Rundwanderung ab Tarasp-Fontana über Sparsels, Avrona und Lai Nair)

Dienstag, 20. Juli 2021, ca. 2 ½ h, ca.  8,3 km, 360 m 360 m

Das Wahrzeichen des Unterengadins bildet eindeutig das Schloss Tarasp. Zehn weitere Fraktionen im Sinne von breit zerstreuten Weiler wie Camposch, Sparsels, Avrona und Vulpera umfassen das frühere Gemeindegebiet Tarasp, das auf der Südseite des Inns liegt. Im Jahr 2015 wurden Ardez, Ftan, Guarda und Sent zusammen mit Scuol zu einer Gemeinde zusammengefasst.

Als ich am Vortag von Ardez nach Scuol wanderte und kurz vor Ftan auf einem Bänkli einen Halt machte, konnte ich direkt zum Schloss hinüberblicken. Während meinem früheren Aufenthalt im Unterengadin bin ich bereits durch Avrona und Vulpera gewandert, diesmal wollte ich daher gerne auch noch nach Tarasp und hinauf zum Lai Nair.

Das im Jahre 1040 erbaute Schloss wurde 1803 durch Napoleon der Helvetischen Republik, respektive dem Kanton Graubünden, zugeteilt. Bis dahin war das Gemeindegebiet Tarasp aus strategischen Gründen eine Enklave der Habsburger. Das katholische Tarasp ist somit eine konfessionelle Ausnahme im reformierten Engadin. Im Jahr 2016 erwarb der international bekannte Engadiner Künstler Not Vital das Schloss Tarasp und machte daraus einen Ort der kulturellen Bedeutung und menschlichen Begegnungen. Es finden regelmässige Schlossführungen statt.  

Als ich am späten Vormittag in Tarasp-Fontana aus dem Bus stieg, lief ich sogleich zum Schloss hoch, nur hinein konnte ich nicht, die Führungen finden nachmittags statt. Ich folgte dem Wegweiser nach Avrona, und nicht dem direkten Weg zum Lai Nair. Ich wollte noch zum Aussichtspunkt «Bellavista»,  dieser Name versprach keinesfalls zu viel, es war wirklich ein wunderbarer Platz mit toller Weitsicht. Anschliessend führt der Weg durch den Arvenwald, es ist eine Naturstrasse, doch leider mit regem Verkehr, es gib weiter oben noch einen Parkplatz, so dass man es nicht mehr weit zum See hat, zudem scheint dies auch die Zufahrt nach Avrona zu sein und dort gibt es einen kleinen Campingplatz.

Als ich im 2019 in Avrona vorbeikam, sah ich dort ein sympathisches Restaurant, doch dieses hat Dienstag zu, also nichts mit gemütlicher Einkehr. Nun dann eben nicht, dann mache ich micht direkt zum Lai Nair auf. Mit gemütlichem Gehen auf einem Fahrweg ist es nun eindeutig vorbei, ein kurzer Anstieg über Wurzelpfade folgt, doch bald bin ich oben in Seenähe angelangt. èb

Der kleine Bergsee liegt auf 1546 Meter über Meer in einem Hochmoorgebiet und ist ein wunderbares Ausflugsziel für Ruhesuchende. Es gib Grillstellen und das Baden ist auch erlaubt. Schade nur, dass die Zufahrt bis weit hinauf möglich ist. Naturbelassenheit und Mobilitätsfreundlichkeit, passen nicht mehr wirklich zusammen. Da ich erst am Nachmittag ankam waren vermutlich viele bereits wieder weg, so traf ich auf einen ruhigen und idyllischen Ort und fand ein Plätzchen um mich auszuruhen und die Stille zu geniessen.

Nach einer guten Stunde machte ich mich auf den Rückweg, durchquerte wieder auf einem der vielen Holzstege das Moor, ignorierte dann aber den ersten Wegweiser, der rechts nach Tarasp führt und folgte dem schmalen Wiesenpfad geradeaus weiter. Ich wollte über Fontana in Tarasp eintreffen. Das hat sich gelohnt, der Weg bot weit mehr Aussicht auf das Schloss und übers Tal, als der Fahrweg im Wald. Im Dorfladen kaufte ich mir ein Glacé, trank Wasser aus dem Brunnen und setzte mich auf ein Bänkli im Schatten um auf den Bus zu warten.

Kartenausschnitt

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