Klosters Madrisa nach St. Antönien

Klosters Madrisa nach St. Antönien (Prätigauer Höhenweg)

Mittwoch, 12. September 2018 ca. 4,25h, ca. 12,5 km, ⇑ 600m ⇓ 1080m

Anreise: SBB bis Lanquart, dann mit der RhB bis Klosters Dorf und 200m zur Madrisabahn. Bergfahrt kostet 24.-

Das Prätigau ist mir noch wenig bekannt. Kaum je bin ich in Lanquart aus dem Zug gestiegen, Ausgangspunkt zu Reisezielen war immer Chur.

Auf den Spuren der Walser bin ich schon einigen im Wanderführer Walserweg Graubünden von Irene Schuler beschriebenen Etappen gefolgt. Sowohl von San Bernadino über den Pass ins Rheinwald, ich war in Vals und im Safiental, bin vom Glaspass nach Thusis hinunter und vom Val Schons nach Obermutten gelaufen. Ich kenne auch die Alp Flix und bin in diesem Sommer zwischen Filisur und Arosa entlang der Landwasser und der Landschaft Davos gewandert. Auch das Bergell, das Albulatal wie auch das Sursers durfte ich schon kennenlernen. Somit ist es an der Zeit, auch das Prätigau zu erkunden.

auf dem Prätigauer Höhenweg bei Madrisa

Der Sommer kam nochmals zurück und so wählte ich ein Teilstück vom Prättigauer Höhenweg aus. Von Klosters Madrisa über das Fürggli nach St. Antönien ist eine sinnvolle Alternative zur etwas längeren und wesentlich anspruchsvollerer Etappe Walserweg über das Rätschenjoch.

Bald liegen Erlebnispark Madrisa und die Alp Untersäss hinter mir und ich komme zum schönen Aussichtspunkt Mässplatte. Hier verlasse ich auch die Themenwege (Vitalweg, Kräuterweg) mit den verschiedenen Infotafeln. Nun führt ein schmaler Weg dem Felsen entlang im Zickzack hinunter und quert dann lange den Hang zwischen den Lawinenverbauungen hindurch. Gelegentlich muss auch mal ein Bach oder wenig Geröll überquert werden. Nach der Alpsiedlung Zastia folgt ein Wegweiser mit dem lustigen Namen Hüschicalanda und nun folgt der letzte Anstieg bis zum Fürggli, das ich bereits sehen konnte. Heute bereitete mir das Aufsteigen mehr Mühe als sonst, vielleicht sind die fast drei Wochen ohne Berge Schuld daran. So verzichtete ich auf das Jäggischhorn das noch wenig weiter oben liegt und genoss die Sicht auf die Kalkfelsen vor mir und hinunter zur grünen Ascharineralp.

Das Gelände verläuft haupsächlich über Weiden und kaum entlang Felsen oder durch Geröll, somit ist es technisch keine schwierige Wanderung. Es ist auch nie steil.

Doch da irritierte mich etwas, als ich oben vom Fürggli auf das vor mir liegende Tal hinunter schaute. Ich sehe so viele Fahrwege überall hin, zu jeder Hütte führt einer, dessen Verlauf so angelegt ist, dass dieser „Limusinentauglich“ ist, optisch unschön, doch vermutlich eben praktisch. Natürlich ist es eine falsche Vorstellung, dass die Bergbauern immer noch auf die selbe beschwerliche Art und Weise ihre Weiden bewirtschaften würden wie in alten Zeiten. Die vielen und weit verstreuten Gebäuden sind Maiensässe, die jedoch heute kaum noch als solche benutzt werden, sondern vermutlich eher als Ferien- oder Wochenendhäuschen dienen. Somit erklärt sich auch, dass diese für PW’s zugänglich sein müssen, denn niemand wird wohl noch mit dem offenen Landwirtschaftsgefährt hinauffahren.

Die Wiesen sind satt und grün und der Hang ist kaum bewaldet. Das soll früher anders gewesen sein, doch um Weideland und Holz zu gewinnen, wurde grossflächig gerodet.

Mein Abstieg verlief somit unspektakulär, meist auf dem Fahrweg mit Betonspuren, gelegentlich mal wieder einem Wiesenpfad folgend. Ab und zu steht ein Ruhebänkli, die Aussicht zu den Bergen entlang der Landesgrenze ist ein Genuss. Doch wo liegt nun das Dorf St. Antönien? Ich sehe nichts, bin aber schon ganz weit zu Tal gestiegen, bereits an Wohnhäusern vorbei an der Teerstrasse angekommen. Dieser musste ich noch etwa einen Kilometer folgen bis ich in St. Antönien Platz ankam. Sehen konnte ich das Dorf erst kurz davor, respektive das, was etwas kompakt beisammen steht, dazu gibt es weit zerstreut ganz viele Gebäude, die vermutlich ebenfalls irgendwie dazu gehören.

Kann es sein, dass ich mir St. Antönien anders vorgestellt habe? Weder die Häuser noch sonst etwas weckte mein Interesse, ausser die Sonnenterrasse vom Hotel Rätia.

Ich werde wohl ein andermal nochmals herkommen. Ich genoss noch etwas die Abendsonne, hatte es ja nicht eilig, meine Heimreise zum bereits gekauften Sparticket ist für später.

wohin soll‘s das nächste Mal gehen, Wegweiser St. Antönien

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