Via Francigena Schweiz, Etappe 02, Orbe => Cossonay (26 km)

Orbe → Romainmôtier, 9,2 km, 2 ½ h, und 305m ↑ und 115m ↓

Mittwoch, 14. Juli 2026

Wieder bin ich sehr früh am Morgen in Orbe losgelaufen. Das erste Wegstück ist dasselbe wie am Vortag. Es sah zuerst ganz nach Gewitter aus, es donnerte und fing an zu tröpfeln, worauf ich mich gleich auf Regen vorbereitete, habe Gamaschen über die Schuhe und Regenponcho über den Rucksack gezogen. Wenig später durfte ich alles wieder trocken im Rucksack verstauen. Das kam mir sehr gelegen, es war Zeit für den Frühstückshalt und das ist im Trockenen ebenfalls angenehmer.

Nach einer halben Stunde laufen verlässt man den Fluss Orbe und wandert auf sehr schönen Waldwegen weiter. Die Trockenheit und die Hitze lässt seine Spuren in der Landwirtschaft in der Region am Jurafuss. Die Felder sind abgemäht und leuchten gelb in der Sonne. Ein Indian Summer Bild, schön anzusehen, wenn man die Situation, dahinter zu ignorieren weiss. Ein kurzer Regen bringt da nicht mehr viel, das Wasser versickert in den karstigen Böden zu allzu rasch.

Beim Dorf Brêtonnières liegt bereits der grosse Teil des Weges hinter mir. Es folgt ein weiteres Waldstück le Bois de Forel, der zum Parc naturel région jura vaudoise gehört. Es ist ein dichter Eichenwald, bestehend vor allem aus vielen jungen Eichen. Dann folgt ein grüner Torbogen aus Ästen und man erreicht Romainmôtier.

Romainmôtier ist eine liebliche Ortschaft in abgeschiedener Lage am Fluss Nozon und beheimatet das wohl älteste Kloster der Schweiz. Es liegt zwischen zwei bewaldeten Hügeln und überzeugt durch seine sanfte Einbettung in die Landschaft. Seine Abteikirche ist eine der ältesten romanischen Kirchen der Schweiz. Gleich daneben steht das Haus des Priors, ein weiteres historisches Bauwerk, das für Anlässe zur Verfügung steht.

Nach meinem Besuch in der Abteikirche ging ich zum Mittagessen in ein Restaurant gleich gegenüber, und da meine Wanderung nur den Vormittag in Anspruch nahm, hatte ich am Nachmittag noch Zeit die Grotten von Vallorbe zu besuchen.

Sentier du patrimoine de Romainmôtier“, (Route 124) anstelle Romainmôtier La Sarraz, (respektive in abgekürzter Version), 11km, 3h, und 232m ↑ und 252m ↓

Donnerstag, 16. Juli 2026

Am frühen nächsten Morgen startete ich meine Wanderung in Romainmôtier église. Ein weiterer Fluss, „Le Nozon“ begleitete mich an jenem Tag. Am Ende der Tour traf ich dann auf den Wasserfall, „cascade du dard“

Der Nozon ist ein Fluss, dessen Wasserkraft an vielen Stellen genutzt wurde, einige Spuren davon sind noch sichtbar. Im Wald jedoch trifft man nach wie vor auf unberührte Natur aber auch Spuren von historischem Erbe, wie Überreste von Öfen, die der Zerkleinerung von Eisenerz dienten. Weiter gibt es Steinbrüche zur Förderung von behauenem Stein oder zum Gewinn der prächtigen Becken der Brunnen der umliegenden Dörfer.

Die Abzweigung für den letzten Schwenker der Rundtour verpasste ich, merkte es spät erst und retour wollte ich nicht mehr, die Abkürzung kam mir eigentlich ganz gelegen. So gelangte ich recht bald zum Wasserfall und dies erst noch vor dem Ansturm von weiteren Wanderern, die von Croy herunterkamen. Da durfte ich eine Weile dem plätschernden Wasser zusehen, eigentlich war es auch nur ein Rinnsal.

Das letzte Wegstück hinauf zum Dorf Croy verlief dann an der prallen Sonne, ich steuerte direkt zum Mittagessen im Rest de la Gare zu und fuhr danach zurück nach Orbe für meine letzte Nacht in der netten Unterkunft.

La Sarraz → Cossonay Ville, 8,9 km, 2 ¼ h, und 170m ↑ und 109m ↓

Freitag, 17. Juli 2026

Der Wanderweg nach Cossonay Ville führt gleich oberhalb der Bahnlinie weiter. Doch zuerst wollte ich mir die auf dem Felsgrat liegende Stadt mit der mittelalterlichen Burg näher ansehen. Natürlich war die Burg zur frühen Stunden noch geschlossen, wie auch das Pferdemuseum.

Meine Begleitung für die nächsten Kilometer ist nun weiblich, die Venoge, ein 38 km langer Zufluss zum Genfersee. Beim Zusammenfluss des Veyron und der Venoge in der Nähe von la Sarraz soll es ebenfalls einen Wasserfall geben (Tine de Conflens), doch dieser ist momentan gesperrt, wäre aber einen Besuch wert, wie ich auf mehreren Tafeln gelesen habe.

Die Venoge ist auf dieser Strecke meistens in einem geraden Kanal gefasst. Diesem folgte ich dann für sehr lange Zeit. Dann jedoch verliess ich dessen Lauf um nach Cossonay-Ville auf dem Hochplateau zu gelangen. Der Venoge durfte ich in den folgenden Tagen weiter folgen.

Die Standseilbahn verbindet das historische Städtchen Cossonay-Ville mit dem tiefer gelegenen Bahnhof Cossonay-Penthalaz an der Bahnstrecke Lausanne-Biel. Dort unten ist auch etwas Industrie angesiedelt.

Die Seilbahn war an jenen Tagen in Revision, es verkehrten Bahnersatzbuse.

Unterkunft: Hotel Le Funi, ein sehr sympatisches Hotel mit Terrasse, direkt neben der Seilbahnstation

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