Via Francigena Schweiz, Etappe 08, Martigny => Orsières (20 km)

Martigny → Bovernier, 7,5 km, 2 ¼ h, und 253m ↑ und 106m ↓

Dienstag, 28. Juli 2026

Nach fast vier Stunden Reisezeit traf ich um 10:30 in Martigny ein. Für eine längere Wanderung bei den hohen Temperaturen wäre dies viel zu spät, doch für das kurze Stück bis Bovernier passte das noch.

Man folgt dem Wegweiser, der durch die Fussgängerzone führt und bald zur sehr schönen Kirche Notre-Dame-de-la-Visitation. Da denkt man sich doch, dass es in einer Kirche direkt am Pilgerweg einen Stempel für in den Pilgerpass geben müsste, doch dem war nicht so. 🤣

Schade, habe ich keinen Tag alleine für Martigny geplant, es gäbe einiges von Interesse, da wären die Spuren der Römer „ Forum Claudii Valensium“, also weit mehr Informatives als ein paar Mauerreste, sowie die Ausstellung in der Fondation Pierre Gianadda, doch um alles zu lesen oder zu schauen fehlte mir die Zeit, ich wollte am frühen Nachmittag in Bovernier ankommen.

Weiter geht es durch den Stadtteil Le Bourg mit den schönen alten Häusern und dann zur Bahnstation Croix, wo es einen Picknickplatz gleich daneben hat. Das kam mir gerade recht für meine Mittagspause.

Dann geht es gleich in den Wald hinein, immer in Begleitung der Dranse, einem Nebenfluss der Rhone, steigt man höher und höher. Es geht auf und ab, teilweise einmal etwas holprig und steinig aber dafür im schön im Schatten. Kurz vor Bovernier muss noch ein Siedlungsgebiet durchquert werden, so dass man noch ein Stück schön an der Sonne und mehrheitlich auf Hartbelag laufen darf. Die Bahnstation ist etwas ausserhalb vom Ort, hat eine einzige Bank, direkt an der Sonne, sonst nichts. Nur ein niederes Mäuerchen an der Hauswand bot sich mir für die Wartezeit an, bis mein Zug nach Le Châble kam.

Dort, in einem Sporthotel neben der Bahnstation und direkt im Gebäude der Seilbahn integriert, verbrachte ich die nächsten zwei Nächte.

Bovernier → Orsière, 14 km, 4 h, 10 und 611m ↑ und 324m ↓

Mittwoch, 29. Juli 2026

Am nächsten Morgen, kurz vor sechs Uhr, fuhr ich nach Bovernier zurück und setzte meine Wanderung fort. Der Wanderweg führt durchs Dorf und an der Kirche vorbei. An der Aussenwand hängt eine Tafel über die Via Francigena Route und die Info, dass sich der Stempel für den Pilgerpass im Innern der Kirche, gleich beim Eingang befinde. Ja, wunderbar, dachte ich, endlich mal eine klare Info 😏, nur, die Kirche war geschlossen. 😝 (Erst auf dem Rückweg vom Pass gelangte es mir dann noch zu einem Stempel zu kommen.)

Am Dorfausgang läuft man ganz kurz neben der Strasse her, dann gehts in den Wald. Das Wegstück zwischen Bovernier und Sembracher würde ich nun nicht unbedingt als „leicht“ bezeichnen. Manchmal geht es auf sehr schmalem Pfad am Hang entlang, ein Schuttkegel wird gequert, das heisst zuerst steil hinunter und dann wieder steil auf Schotter hinauf. Weiter geht es über und um grosse Steinsbrocken herum, was mich an einen Wanderweg im Avers erinnert, mit dem Namen „Magic Wood“.

Nach Sembracher läuft man ebenfalls meistens im Wald aber entweder auf Forststrässchen oder auf weichen Waldboden.

Obwohl nur 600 Höhenmeter im Anstieg, fand ich dieses Wegstück eher anstrengend aufgrund dem ständigen auf und abwärts. Dazu wurde es gegen Mittag recht warm und der Weg führte dann mehrheitlich an der Sonne entlang.

Die Kirche in Orsière war zwar geöffnet und man findet eine Ausstellung über Maurice Tornay, ein Schweizer Augustiner-Chorherr in Tibet, der als Märtyrer seliggesprochen wurde. Doch einen Stempel suchte ich vergebens, den soll es im Office du Tourisme geben, doch ein solches fand ich nicht. Erst auf der Rückfahrt fand ich es am Bahnhof, doch wegen Umbau geschlossen, im SBB Container bekam ich dann den Stempel in den Pass.

An jenem Tag war mein Interesse eher auf eine Gaststätte ausgerichtet, ich hatte nicht so viel Proviant dabei, eigentlich nur genug für ein gutes Frühstück, das ich dann auf zwei Pausen aufgeteilt hatte. Da und dort standen zwar ein oder zwei Tisch mit Stühlen draussen an der prallen Sonne und ein verblasster Schriftzug wies auf ein Café oder Restaurant hin, aber vielversprechend sahen die nicht aus. Also, lief ich direkt zum Bahnhof. Dort fand ich dann doch noch ein Restaurant mit Tischen unter Sonnenschirmen und und hatte die Wahl zwischen Pizza und Glacé, ich wählte letzteres.

Die Bahnlinie endet in Orsière, so steht der Zug jeweils früh bereit. Um nach Le Châble zu gelangen, muss man in Sembracher umsteigen. Im Kioskladen von der Seilbahnstation kaufte ich mir mein Abendessen, einen kleinen Salat und ein Sandwich. So musste ich das Zimmer nicht mehr verlassen und durfte meinen Beinen Ruhe gönnen und und den restlichen Nachmittag verschlafen.

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