Jakobsweg Graubünden (Etappe 4 Scuol-Guarda)

Gewandert von Ardez nach Scuol

Montag, 19. Juli 2021, ca. 3h, ca. 10,6 km, 350 m 500 m

Ich bin wieder einmal ins Unterengadin gereist, in jene Gegend, von der ich vor knapp zwei Jahren so entzückt und begeistert war. Damals kam ich im Zusammenhang mit meiner Mehrtageswanderung entlang dem Jakobsweg Graubünden in Scuol vorbei. Zwischen Scuol und Dürrboden (Davos) folgte ich dann jedoch anderen Pfaden und schenkte meine Aufmerksamkeit und mein Interesse anderen Themen. Es war mir schon damals klar, dass ich wieder hierhin kommen werde. Und das habe ich im letzten Sommer tageweise auch getan. Die Lücken in meinem Jakobsweg Graubünden zwischen Müstair und Chur schliessen sich langsam doch noch, wenn auch nicht vollständig. Es geht mir ja hauptsächlich darum, neue Landschaften Graubündens kennen zu lernen, und dabei bin ich gleich dem Zauber des Engadins verfallen und dieser lässt mich nicht mehr los, das betrifft vor allem meine Faszination für das Unterengadin wie auch das Gebiet rund um den Schweizerischen Nationalpark. 

Da ich von Zürich anreiste, war es für mich naheliegend, von Ardez aus nach Scuol zu wandern, dort hatte ich mich für vier Nächte im Hotel Garni Alpenrose-Grusaida einquartiert. Unglücklicherweise fing ich mir am Wochenende noch eine Erkältung ein, doch fühlte ich mich nach meiner Ankunft im Engadin gleich etwas besser. Der erste kurze Aufstieg war mir bekannt, da ich im Frühling von Ardez nach Susch gewandert bin. Wissend, dass mich weiter oben ein Bänkli an der Sonne mit Aussicht über das Tal erwartet, zog ich gleich recht zügig hinauf zum Dorf und weiter in die Höhe. Dann aber hielt ich zuerst meine Mittagspause.

Wenig später kam ich an der Ruine Chanoua vorbei, dabei soll es sich um die Überreste einer alten Sust handeln, es soll hier einmal eine ganze Häusergruppe mit Kapelle gestanden haben, an der damaligen Verbindungsstrasse «via Imperiala» Como-Tirol. Das Wahrzeichen von Ardez bildet jedoch die Schlossruine Steinsberg (Siehe Blogbericht Ardez und Ruine Steinsberg) dem Felshügel am Dorfrand. Dieser stattete ich im 2019 bereits einen Besuch ab, an diesem Tag betrachtete ich sie nur von oben herab.

Der Weg führt nun, einer Fahrstrasse mit Naturbelag folgend, zu «Pra da Punt» einem Einschnitt in ein Seitental mit einem Zufluss zum Inn. Eine neue Betonbrücke ersetzt die alte schöne Steinbrücke. An diesem Tag waren Strassenbauer am Werk. Anscheinend handelt es sich hier um eine alternative Verbindung zwischen Ardez und Ftan. Ich durfte gleich nach der Brücke auf den Wanderweg in den Wald wechseln und genoss den zarten Duft der Lärchen und des teilweisen noch nassen Bodens. Etwas später kam ich wieder über offenes Weideland und bereits in die Nähe von Ftan, respektive am Hotel Paradis vorbei. Da erblickte ich weiter vorne ein Bänkli auf dem Hügel, auf das ich zusteuern wollte. Ich genoss eine Weile die Rundsicht und blickte hinüber zum Schloss Tarasp, bevor ich die Dörfer Ftan und Ftan Pitschen durchquerte.

Nun begegnete ich häufig Trotti-Fahrern, die die Talfahrt von Motta Naluns nach Scuol auf diese Weise zurücklegten. Nicht alle schienen das Gerät gut im Griff zu haben. Etwas später durfte ich den Bike-/ und Trotti-Fahrweg, der direkt zur Talstation der Bergbahn und zum Bahnhof hinunterführt, verlassen und dem Wanderweg nach Scuol Dorf folgen. Bevor ich zum oberen alten Dorfteil kam, traf ich noch auf den Brunnen der Vi-Quelle und trank noch ausgiebig davon. Denn die vielen Mineralquellen in dieser Gegend gelten als das „blaue Gold des Engadins“ (siehe Blogbericht über die Mineralquellen des Engadins), somit sollte man sich die Möglichkeit, an einem der vielen Brunnen davon zu kosten, nicht entgehen lassen.

Etwas später fand ich mich im Hotel Garni Alpenrose ein und freute mich auf die paar weiteren Tage, die ich im Unterengadin verbringen darf.

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