Jakobsweg Graubünden (Etappe 11 Tschiertschen-Chur)

Gewandert Tschiertschen-Passugg, mit Abstecher zur Mineralquelle Praden

Dienstag, 27. April 2021, ca. 3 ¼ h, ca. 9,3 km, ⇑ 340 m ⇓ 950 m

«dieser Weitwanderung werde ich nicht weiter folgen» war damals, rückblickend auf 10 Wandertage zwischen Müstair und Tschiertschen, mein Fazit. Doch ändern sich Zeiten wie Ansichten und irgendwann lässt einem der Gedanke an «den Weg» nicht mehr los. Zudem wollte ich gerne nochmals nach Tschiertschen, dem Dorf, das nach eigenen Angaben: «das schönste Bergdorf Graubündens im Herzen der Bünder Berge unweit der Alpenstadt Chur ist».

Kurz nach neun Uhr stieg ich in Chur ins Postauto nach Tschiertschen, wir waren gerade mal zu dritt, die andern beiden stiegen bereits in Passugg aus. In Tschiertschen, auf 1’350 m ü.M., lief ich zuerst durchs Dorf und setzte mich weiter hinten beim Spielplatz auf eine Bank und ass mein Znünibrot und erfreute mich an der Sicht auf die Berge rund herum. Auf der gegenüberliegenden Seite liegt eingangs ins Schanfigg das Dorf Maladers, gefolgt von Calfreisen und Castiel. Unten im Talboden entlang fährt die Bahn nach Arosa. Bis Chur sind es nur etwa 11 Km Weg aber einiges an Höhenmeter abwärts, das wollte ich meinen Knien nicht zumuten. Daher plante ich nur bis zur Haltestelle Abzweigung Grida oberhalb Passugg zu wandern, das sollte in etwa zweieinhalb Stunden machbar sein. So nahm ich mir alle Zeit der Welt, am Ende aber verpasste ich meinen Bus, der mich am frühen Nachmittag nach Chur hätte zurückbringen sollen, damit ich früh hätte nach Hause zurückkehren können. So musste ich dann doch bis Passugg absteigen und einen späteren Bus nehmen.

Kirchen prägen ein Dorfbild. Ich verweilte in Tschiertschen wie in Praden je einen Moment in den Kirchen, um inne zu halten und ein bisschen von der einzigartigen Stimmung aufzunehmen. In der Kirche von Tschiertschen steht noch eine der letzten Toggenburger Hausorgeln.

Bereits bei meinem letzten Besuch in der Gegend habe ich von der Mineralquelle bei Innerpraden gelesen. Also wagte ich diesen Abstecher und folgte dem steilen und schmalen Weg ins Tobel hinunter zur Quelle. Dort trank ich etwas von dem Natron Säuerling, bevor ich mich wieder an den Aufstieg machte.

Nachdem Inner-/ und Ausserpraden durchwandert war, führt der Weg in den Wald hinein, die Bärenschlucht ist noch zu queren, ein Hangeinschnitt, Treppenstufen führen zum Bach hinunter, der über einen Holzsteg zu überqueren ist, danach geht es etwas ausgesetzt wieder hoch. Dieses Wegstück ist die einzige, etwas heikle Passage an der Wanderung, mir war’s grad recht, als ich da durch war, denn teilweise ist der Weg abgerutscht. Kurz befürchtete ich, dass ich dieses Stück nochmals zurück gehen müsste, denn als ich auf gutem und breitem Weg abwärts lief, kam mir, zum ersten Mal an diesem Tag, eine Wanderin mit Hund entgegen. Sie fragte mich nach einem Weg nach Chur, denn weiter unten würden Bauarbeiter und riesige Fahrzeuge den Weg sperren. Auch sie schien nicht besonders begeistert von der Möglichkeit zu sein, nach Praden zurücklaufen zu müssen. Nun ja, wie ernst es mit der Absperrung wirklich ist, auf die ja nirgends hingewiesen wurde, und das auf einem offiziellen Weitwander-/und Pilgerweg, das sollten wir doch vorher noch genauer abklären. Ein schmaler Durchgang war vorhanden und als ich mich bei den Arbeitern bemerkbar machte, wurden wir durchgewunken. Also nichts von gesperrt, da waren wir beide froh. Sie bedankte sich bei mir für die Unterstützung und ging dann in ihrem raschen Marschtempo weiter. Die Abfahrtszeit meines Buses rückte näher und bald musste ich eingestehen, dass ich den Zeitbedarf unterschätzt und zu viel getrödelt habe. Da blieb mir nichts anderes übrig, als von Grida noch bis hinunter nach Passugg zu laufen, es ging noch ein steiles Wiesenstück abwärts, dort musste ich etwas warten und konnte dann auf eine Verbindung Passugg-Chur einsteigen. Wie gerne wäre ich noch irgendwo eingekehrt, doch das Restaurant Mühle Passugg hatte zu. Dafür fand ich im Café Maron beim Bahnhof Chur einen freien Tisch an der Sonne und genehmigte mir noch ein feines Glacé bevor ich

Link zu meinem Blogbericht: Rückblick auf 10 Wandertage Jakobsweg Graubünden

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