Zürichsee-Rundweg (Schindellegi-Wädenswil)

Zürichsee-Rundweg Route 84 (Schindellegi-Wädenswil)

Freitag, 09. April 2021, ca. 2 ½ h, ca. 9,6 km, 83 m 428 m

Ein Punkt, der für das Wandern entlang einem eher unspektakulären Weitwanderweg, wie dem Zürichsee-Rundweg, spricht, ist, dass man Dinge zur Kenntnis nimmt, die man sonst kaum beachten würde. Wie zum Beispiel die Entstehung des Linthkanals oder die Existenz der vielen Privatbahnen, die es früher gab und die heute entweder Teil des gesamten Bahnnetzes sind oder eingegangen sind. Da war die Wetzikon Meilen Bahn, heute ersetzt durch ein Busnetz, wie auch die Wädenswil-Einsiedeln Bahn. Letztere konnte überleben, ob dies der Anziehungskraft von Einsiedeln als Pilgerort oder dem Anschluss an die weiteren Zentralschweizerischen Eisenbahnnetzes zu verdanken ist, ist mir nicht bekannt.

Ab Wädenswil nahm ich an jenem Tag die Südostbahn, die mich hinauf zur Station Schindellegi-Feusisberg, meinem Ausgangspunkt zur Fortsetzung meiner Wanderung rund um den Zürichsee, brachte. Sogleich führt der Weg abwärts. Etwas mehr als vierhundert Höhenmeter geht es hinunter zum See. Etwas speziell an dieser Etappe fand ich, dass der markierte Wanderweg allzu oft Garageneinfahrten und Vorplätze quert, entlang Zugängen zu Wohnhäusern führt und mir das unangenehme Gefühl eines Eindringlings in die Privatsphäre anderer Menschen gab, es war Mittagszeit, die Familien bei offenem Fenster am Essen, und ihre Tischgespräche drangen nach draussen. Ich hätte auch gerne mein Mittagessen eingenommen, doch nicht unbedingt auf einem zur Wohnsiedlung gehörenden Spielplatz oder Vorplatz. Erst auf dem Gemeindegebiet von Wollerau, nachdem ich unter der Autobahn durch gegangen war, fand ich nahe dem Mühlibach ein Plätzchen am Bach zum rasten. Danach ging es noch das letzte Stück, auf steilen Treppenwegen wie im Tessin, hinunter bis nach Richterswil und direkt zum See.

Endlich… die Füsse im Wasser

Nach dem Richterswiler Horn musste ich ein kurzes Stück der Strassen entlanglaufen, kam dann bei Mülenen wieder direkt ans Wasser und durfte zum ersten Mal seit der Umrundung direkt ins Wasser stehen. Die Schuhe zog ich nicht aus, dazu war es zu kühl. Dafür genehmigte ich mir eine weitere Pause auf einer der vielen Holzliegen, die meisten waren nicht belegt, das wird im Sommer und an Wochenenden anders sein. Ganz besonders schön fand ich das Überschreiten der beiden Holzstege, die ich mehrmals aus dem Zugfenster erblickte. Kurz vor Wädenswil musste ich die Uferpromenade nochmals verlassen und durch den älteren Dorfteil hindurch bis zum Bahnhof laufen. Wieder am See, setzte ich mich auf ein Bänkli und spürte gleich die Müdigkeit in den Beinen vom Abwärtslaufen. Obwohl ich vorhatte, bis zur Halbinsel Au zu laufen, beendete ich meine Wanderung an diesem Tag in Wädenswil und nahm den Zug nach Hause.

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