Jakobsweg Graubünden, ein Blick zurück

Rückblick auf die Wandertage Jakobsweg Graubünden, Etappen 1-10

vom Donnerstag, 15. August bis Samstag, 24. August 2019

Wieder im Alltag gelandet, werfe ich nochmals einen Blick zurück auf die Wandertage, an denen ich entlang dem Jakobsweg Graubünden gegangen bin.

Ich habe mich für diesen Sommer zu dieser Weitwanderung entschieden, um neue Talschaften in Graubünden kennen zu lernen und mich mit der Vergangenheit und der Gegenwart mir noch unbekannten Regionen auseinander setzten zu dürfen. Dabei durfte ich das Unterengadin mit seinen landschaftlichen Schönheiten kennenlernen und bewegende Eindrücke mitnehmen. Ich durfte Ortschaften besuchen, die ich bis anhin nur vom Namen her kannte. (Scuol, S-charl) Dabei bin ich auf viel wissenswerte und spannende Informationen zur früheren Badekultur, dem Mineralwasser und auch dem Bergbau gestossen.

Da könnte man sich fragen, wieso Jakobsweg, wenn dann das Interesse eher dem Bergbau gilt, doch es stand von Anfang an fest, dass nicht «Pilgern» im Vordergrund steht, sondern das Kennenlernen einer mir noch unbekannten Gegend. Zumal der Jakobsweg Graubünden nur ein “Zubringer” ist und mehrheitlich alten Säumerrouten und Übergängen folgt, wie zum Beispiel dem Costainerpass zwischen dem Münstertal und S-charl oder dem Scalettapass zwischen dem Engadin und Davos. Somit passte diese Route perfekt in mein Interessengebiet von historischen Wegen.

Ein weiteres Kriterium, weshalb ich genau diese Weitwanderroute wählte, war, wie schon früher erwähnt, dass die Tagesetappen nicht so lang sind, und es Möglichkeiten gibt, diese zu verkürzen. Das hat sich dann ja auch bewährt, es hat ja auch einmal geregnet. Ich war sehr froh, zusätzlich zum Wandern noch über Zeit zu verfügen. Zeit, die ich auf einem Bänkli sitzend verbrachte und mich einfach am Panorama und der Aussicht erfreuen durfte. Denn auch das Lesen all der interessanten Informationen sowie Festhalten meiner Eindrücke und Erlebnisse in meinen Blogberichten erforderte etwas Zeit, die ich mir zugestehen wollte.

Angefangen habe ich mit der Besichtigung der Klosteranlage St. Johann in Müstair, gefolgt von der acht Kirchen Rundtour in Taufers. Fasziniert war ich vom mystischen Arvenwald God da Tamangur ganz hinten im Val S-charl. In Scuol galt dann mein Interesse dem Wasser, besser gesagt den Heilquellen. Und schon waren die Tage im Unterengadin zu Ende, obwohl ich noch einiges zu entdecken gehabt hätte.

Die Postautofahrt über den Julierpass habe ich genossen, obwohl eigentlich die Wanderung über den Scalettapass geplant war. Dürrboden, ganz hinten im längsten Seitental von Davos hat mich gleich eingenommen. Vor allem gewöhnte ich mich gerne an die wunderbare Stille, nur das Rauschen von Wasser der vielen Zuflüssen zum Dischmabach war zu hören. Ich habe wunderbar geschlafen an dem Ort auf 2000 m ü. M.

Und schon war ich wieder im Gebiet der Walser angekommen. Ich hatte Glück, dass das Wetter wieder stabiler und wärmer wurde, so dass ich die Wanderung über den Strelapass wagen durfte. Was für ein Weitblick auf bekannte und unbekannte Berggipfel durfte ich an jenem Tag geniessen. Am nächsten Tag, bei blauem Himmel und Sonnenschein, machte ich mich an meine letzte Etappe meiner Mehrtageswanderung, von Langwies nach Tschiertschen, immer mit Blick zum Hochwang und später zum Gebirgsmassiv der Calanda.

Auch wenn ich zeitweise ein ernüchterndes Urteil zum Jakobsweg Graubünden als Weitwanderweg abgegeben habe, das kommt vor allem daher, dass ich in den ersten Tagen oft auf Hartbelag oder auf Kiesstrassen gelaufen bin, war es für mich doch ein lohnenswertes Erlebnis. Etwas schade finde ich, dass das Büchlein von Terra Grischuna zwar ein paar schöne Bilder aufzeigt, sich dann aber auf das Wesentliche beschränkt. Da bin ich vielleicht von anderen Wanderführer, wie jene von Irene Schuler (ViaSett und Walserweg), etwas anderes gewohnt. Auch im Internet finde ich zu dieser Weitwanderung kaum nennenswerte Einträge, die über die rein praktischen Angaben hinausgehen.

eine der Wegmarken entlang des Jakobsweg

Fazit: Dieser Weitwanderung werde ich nicht spezifisch weiter folgen, doch bestimmt im Zusammenhang mit Tageswanderungen rund um Chur gelegentlich wieder auf Teilstücke dieser Route treffen.

https://jakobsweg.ch/de/eu/ch/weg/jakobsweg-graubuenden/

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