Ende der Tage im Unterengadin

Abschied vom Unterengadin und ” Szenenwechsel” in die Landschaft Davos

Mittwoch, 21. August 2019

Bevor ich das Engadin nach einer Woche wieder verlasse, mache ich auf der Fahrt über den Flüelenpass noch einen Zwischenhalt in Susch.

Das Passdorf Susch, das im Säumer- und Postkutschenzeitalter aufblühte, gilt seit der Inbetriebnahme des Vereinatunnel als Verkehrsknotenpunkt. Man fährt da durch auf der Reise nach Scuol oder Zernez.

Doch gibt es auch Gäste, die müssen da bleiben, vermutlich nicht freiwillig. Ein Tiefpunkt in ihrem Leben erfordert den Aufenthalt in Susch, in der Clinica Holistica, einer Burnout Klinik.

Neu als Besonderheit von Susch dazugekommen ist das Museum für zeitgenössische Kunst. Speziell an diesem Museum ist, dass es in die Räume der mittelalterlichen Klosteranlage eingefügt wurde, die zu diesem Zweck renoviert und adaptiert worden sind, so, dass bereits der Rundgang alleine ein Erlebnis sein muss. Ich konnte von aussen durch ein- zwei Fenster gucken und sah einen der Grottengänge. Das Museum jedoch war heute nicht geöffnet.

Eine Stunde später sass ich im Bus über den Flüelapass nach Davos Dorf, um dort auf den Bus ins Dischmatal umzusteigen. Es war eine sehr schöne Fahrt, sowohl über den Flüela wie auch hinein ins längste Davoser Seitental bis nach Dürrboden, ganz hinten. Von da geht es nur noch zu Fuss weiter.

Zu Fuss wollte ich eigentlich hierher kommen. Nun, da es bei meiner Ankunft erst zwei Uhr Nachmittag war und die Sonne sich doch noch zeigte, bin ich den halben Weg bis zum Scalettapass hinaufgelaufen, bin Pferden und Kühen und noch einem Murmeltier begegnet. Das ganze Tal bietet saftig grüne Alpweiden und ist zu beiden Seiten von hohen aber bewachsenen Bergwänden abgeschlossen. Es ist eine kleine Welt für sich hier oben, nur dreissig Bus Minuten von der Alpenmetropole Davos entfernt.

Als ich zurück in die Unterkunft kam, hat es noch zwei weitere Übernachtungsgäste gegeben, so, dass ich den Abend in angenehmer Gesellschaft verbringen durfte. Zwei Frauen, die beide schon weit gereist oder gewandert sind und es gab somit ein interessanter Erfahrungsaustausch. Fast fühlte ich mich jahrzehnte zurückversetzt, als ich solche Begegnungen auf meinen Reisen jeweils in den Jugis erleben durfte.

Kulinarisch wurden wir vom Berghausteam, bestehend aus vier innovativen und engagierten jungen Männern, vorzüglich verköstigt. Früh zogen wir uns für die Nachtruhe in die sehr einfache Unterkunft zurück. Zugedeckt mit Duvet und Hüttenwolldecke hatte ich schön warm und ich habe sehr gut geschlafen.

Dischmatal Sicht hinaus auf Dürrboden

 

hier noch die Karte zur Wanderung über den Scalettapass, die ich, wer weiss, irgendwann einmal noch nachholen werde

Etappe 7 Cinous-chel-Dürrboden, aus schweizmobil.ch mit Karte

 

 

 

 

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