Val Bever

Von Bever nach Spinas und zurück bis Samedan

Dienstag, 23. Februar 2021, ca. 2 ¾  h, ca. 10,75 km, 230m 230 m

Hat die Rhätische Bahn einmal die beträchtlichen Höhenmeter durch die vielen Kehrtunnels überwunden, die spektakulären Viadukte passiert und danach noch den Albula-Tunnel durchquert, öffnet sich dem Auge des Reisenden eine ganz neue Welt, zum Val Bever, dem Eingangstor ins Engadin.

Wer hierhin kommen möchte, steigt in Spinas (1’815 m ü.M.) aus dem Zug, sofern dieser planmäsdig hält und der Halt auf Verlangen Knopf noch rechtzeitig gedrückt wurde.

Oder aber man wandert im Sommer von Bergün über die Fuorcla Crap Alv oder kommt zu Fuss im Sommer wie im Winter bequem von Bever daher.

Das Val Bever ist kaum besiedelt und weitgehend unberührt, abgesehen von ein paar wenigen landwirtschaftlichen Gebäuden gibt es nur noch in Spinas ein paar Gebäude, das Gasthaus Spinas und noch ein paar Baucontainer, die während der Bauzeit am Albula Tunnel aufgestellt wurden. Die Strasse zwischen Bever und Spinas ist nur für den Baustellenverkehr freigegeben.

Bereits vor ein paar Jahren, als ich über die Fuorcla Crap Alv auf die andere Seite nach Bergün hinüberwanderte, war ich beindruckt von diesem stillen und sanften Hochtal mit der ruhig dahinfliessenden Beverin und dem langgezogenen Weg taleinwärts und auswärts führend. So kam es, dass ich dieses Tal kürzlich gleich zwei Mal besuchte.

Von gelb gefärbten Lärchen umgeben genoss ich im vergangenen Oktober die letzten warmen Sonnenstrahlen und lauschte dem Vogelgezwitscher währendem ich mein Mittagessen einnahm. Damals stieg ich in Spinas aus dem Zug und lief nach Bever und anschliessend noch bis Samedan.

Kürzlich, bei frühlingshaften Temperaturen aber noch mit viel Schnee, nahm ich denselben Weg nochmals unter die Füsse, jedoch mit Start in Bever. Der Winterwanderweg führt zuerst in Richtung La Punt, dann leicht aufwärts mit vielen schönen Sitzgelegenheiten an der Sonne und mit guter Sicht übers Tal. Es gibt auch einen direkteren Weg taleinwärts und einen weiteren, der Beverin entlang. Den wählte ich dann für den Rückweg.

Die Sonne setzt bekanntlich dem Schnee arg zu, und wenn sie es nicht schafft, diesen vollständig wegzuschmelzen, schafft sie es zumindest mit Hilfe der Kälte in der Nacht, für vereiste Wege zu sorgen. Doch glücklicherweise, aber zum Leidwesen von Schlittler, wurde der Weg stark gekiest, und so war dieser für die Wanderer sicher.

Nach etwa eineinhalb Stunden erreichte ich das Gasthaus Spinas, wo ich mich zu den Gästen gesellte, die vom take away Angebot Gebrauch machten. Da die Terrasse, wie auch der Zugang zu den Innenräumen gesperrt waren, (look-down bedingt durch Corona) setzten sich die Gäste draussen auf die öffentlichen Bänklis und in den Schnee oder assen im Stehen. Für all die Gäste, die an diesem sonnigen Tag den Weg ins Val Bever nahmen, ob zu Fuss, auf Langlaufschier oder per Velo, bot ein kurzer Boxenstopp beim Gasthaus eine Willkommene Gelegenheit etwas zu trinken oder zu essen.

Diese Gelegenheit nutzte ich ebenfalls um mit einer Bratwurst und Brot mein mitgebrachtes Essen noch etwas aufzusparen, denn dieses muss mir für den ganzen Tag reichen.

Kurz später machte ich mich auf den Rückweg, die Sonne sinkt zu der Jahreszeit bereits am frühen Nachmittag hinter die Bergkuppe. Für den Rückweg entschied ich mich für die Strasse, da diese zwar schneebedeckt, aber kaum vereist ist. Pferdekutschen überholten mich bald, sie waren kaum belegt, ansonsten traf ich weder Fahrzeug noch weitere Lebewesen an.

Der Weg der Beverin entlang ist wesentlich kürzer, so dass ich sehr bald in Bever ankam, und da mir noch genügend Zeit bis zur Heimreise verblieb, lief ich bis Samedan weiter, nun wieder an der Sonne.

Der präparierte Winterwanderweg zwischen Bever und Samedan führt zwischen Strasse und Bahnlinie entlang, ein paar Bänklis laden zu einem Halt ein, um die Sonne zu geniesen.

Für meine Heimreise wählte ich die Route durch den Albula Tunnel um noch einen Blick ins Val Bever werfen zu können.

  

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