Avers Bergalga Winterwanderweg

Avers Bergalga Winterwanderweg

Donnerstag, 25 Februar 2021, ca. 2 h, ca. 7,6 km, 150m 150 m

Es war ein lang ersehnter Wunsch von mir, einmal im Winter das Avers zu besuchen um mich von diesem Hochtal im Winterkleid verzaubern zu lassen. Das ist mir in diesem Winter nun endlich einmal gelungen.

Ich wählte einen arbeitsfreien Tag, um von Zürich in’s Avers zu fahren und traf dabei klar blauen Himmel und kristallglitzernden Schnee zur Genüge an, dazu noch einige gut präparierte Winterwanderwege. Natürlich auch jenes kostbare Gut, für das es sich immer lohnt, das Avers zu besuchen, die Stille, die absolut saubere Luft und die Berge, die das Tal einbetten diesem aber trotzdem viel an Weite geben. Dank eines sanften Tourismuskonzeptes wird den Besonderheiten des Tals Sorge getragen und trotzdem der Talbevölkerung ein Leben ermöglicht, dass sie von der Abwanderung zurückhält, zumindest hoffe ich, dass es so ist.    

Für Wintersportler ist Langlaufen oder Winterwandern möglich, es hat zudem noch zwei Skilifte. Im Sommer warten unzählige Wanderwege auf die Besucher. Da das Tal erst seit dem Bau der ersten Kantonsstrasse am Ende des 19. Jahrhunderts für den Verkehr erschlossen ist, davor aber der Warenaustausch über die Pässe und Übergänge erfolgte, ist das Gebiet reich an historischen Wegen und Pfaden. 

Meine Anreise ab Zürich führte mich mit der Bahn via Chur nach Thusis, von dort weiter mit dem Postauto mit Umsteigen in Andeer. Die Verbindungen sind recht gut, es ist jedoch eine längere, dafür abwechslungsreiche und schöne Reise. In Avers-Juppa stieg ich aus und folgte der Fahrstrasse hinunter zum Parkplatz. Dieser dient sowohl den Wintersportler wie auch den Besuchern des Murmeltier Erlebnispfades ins Val Bergalga im Sommer. Denn genau in dieses Seitental wollte ich heute hineinwandern und erfreute mich daran, dass der Weg bis ganz nach hinten gut präpariert ist.

Bevor ich mich auf den Weg machte, verpflegte ich mich in der Skihütte noch vor dem Mittagsandrang von den Wintersportlern. Es war inzwischen fast elf Uhr und ich musste doch recht früh starten. Gut gestärkt lief ich los. Bald schon befand ich mich fast alleine auf dem Weg, da viele Leute nur ein kleines Stück ins Tal hineinlaufen, jedoch an Skitourengänger und Schneeschuhwanderern fehlte es nicht. Trotzdem, nicht zu vergleichen mit Orten im Unterland. Es knirschte der Schnee unter meinen Füssen, mein Blick schweifte ins Weite.

Hinten angelangt, machte ich eine längere Pause, dazu suchte ich mir ein Plätzchen, das ist im Winter nicht ganz so einfach. Im Sommer bietet das Steinbett um den Fluss viel Platz, im Winter hätte es zwar ebenfalls Platz genug, doch der Schnee ist tief und man sinkt ein. Doch ich hatte Glück, da waren Skier vor mir da, die haben den Schnee etwas zusammengedrückt so dass mich die Schneedecke hält und ich zu einem Grossen Stein und einem Zaun gehen konnte. Dort angelangt machte ich mir ein gemütliches Sitzplätzchen und streckte mich sogar etwas aus. Wie schön ist das doch, die Sonne wärmt, es ist absolut still, kein Vogelgezwitscher, keine Kuhglocken, kein Munggenpfiff, das ist schon etwas speziell. Nur hin und wieder hörte ich menschliche Stimmen, dies ist ja auch manchmal wieder schön.

Nach etwas mehr als einer Stunde machte ich mich auf den Rückweg, dabei musste ich feststellen, dass der Schnee inzwischen weich geworden ist und mich nicht mehr hält, ich sinke bis zum Oberschenkel ein, zwar nicht bei jedem Tritt, aber fast. Zum Glück war niemand da und hat mich beobachtet, wie unbeholfen ich jeweils wieder mein Bein herausziehen musste, um dann gleich wieder einzusinken. Nach etwa fünfzehn Metern, bekam ich auf dem Wanderweg wieder festen Halt unter den Füssen. Auf dem Rückweg machte ich noch auf einem Bänkli einen Halt und ein weiteres Mal bei der Skihütte, der Abschied viel mir nicht leicht, hier würde ich grad gerne noch etwas länger verweilen.

Dafür freute ich mich schon auf die Postautofahrt, die mich zuerst wieder nach Andeer führt und von dort mit dem Eilkurs bis Chur. Nochmals durfte ich die schöne Fahrt geniessen, die faszinierenden Formationen bestaunen, die die gefrorenen Wasserläufe an den Felsen erzeugten, das lustige Bild das die grossen Steine im Ragn Ferrera boten, die alle eine weisse Schneekappe aufhatten. So habe ich einen vermutlich letzten aber ausgiebigen Wintertag erleben dürfen und bin ganz dankbar dafür.

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