Valletta da Bever

von Spinas durch das Valletta da Bever nach Cellerina (ab Maguns Talfahrt mit Gondelbahn)

Donnerstag, 20. August 2020, ca. 3 h, ca. 6,5 km, ⇑ 770m ⇓ 320m

Den Rucksack für vier Tage Engadin gepackt, machte ich mich an jenem Donnerstagmorgen um sechs Uhr auf den Weg, um den ersten Zug nach Chur zu nehmen und danach mit der RhB durch den Albulatunnel bis Spinas zu reisen. In Spinas wollte ich aussteigen und bis nach St. Moritz entlang der Weitwanderung Via Albula/Bernina wandern.

Die Fahrzeiten hatte ich mir schon länger vorgemerkt, jedoch diejenige der Verbindung um eine Stunde später. Warum ich ursprünglich die spätere Abfahrt plante, wo ich doch sonst immer früh aufbreche, konnte ich vorerst nicht nachvollziehen, es war auf jeden fall nicht der Gedanke, mir eine Stunde mehr Schlaf zu gönnen.

Kurz nachdem der Zug in Preda in den Tunnel einfuhr, drückte ich den Halt auf Verlangen Knopf, um in Spinas aussteigen zu können. Zwar wurde Spinas nicht angesagt, doch vergewisserte ich mich, dass der Knopf grün aufleuchtete und der Zug somit halten sollte, und begab mich bereits zur Türe. Gemächlich aber bestimmt rollte der Zug in Spinas weiter, ohne anzuhalten. Dann wurde der nächste Halt, Samedan, angekündigt. Nicht jeder Zug hält in Spinas an, das also war der Grund weshalb ich die spätere Verbindung vormerkte.

Zwei Herren, die in Preda zugestiegen waren, beide mit Mappen und Dossiers unter dem Arm, also keine Ausflügler, bekamen dies mit und der eine bot mir an, mich mit seinem Wagen nach Spinas mitzunehmen, wo er zur Baustelle wollte. So kam ich wenig später doch noch in Spinas an und hatte gleich noch einen guten Vorschlag für meine heutige Wanderung erhalten.

Die Tour durch das Valletta da Bever soll sehr schön und ungefährlich sein. Das kann ich nun ebenfalls bestätigen. Zwar habe ich diese Wanderung in Betracht gezogen, jedoch mangels aufschlussreicher Information im Netz dann wieder fallen lassen.

Gleich gegenüber dem Bahnhof gehts im Wald in die Höhe, um den Schatten war ich froh, es war schwühlwarm. Ich hörte noch den nächsten Zug einfahren, bald würde ich also von den sportlichen Wanderer überholt werden, doch das war nicht so, alle liefen hinein ins Val Bever hinein oder talauswärts.

Gleich einen „Kaltstart“ hinzulegen, da habe ich mir aber schön etwas eingebrockt, vielleicht hätte ich mir für den ersten Tag in den Bergen doch eher etwas gemächlicheres vornehmen sollen? Aber zurück wollte ich nicht mehr, es war ja keine lange Tour, nur der Aufstieg machte mir etwas zu schaffen, ich kam ziemlich ausser Atem. Bald kam ich auf 2000 m ü. M. und aus dem Wald heraus.

Was für ein liebliches Bild. Lichter Baumbestand in Grasland und von vielen kleinen Bächlein durchzogen. Nur das Wasserplätschern und das Vogelgezwitscher war zu hören, sonst nichts, Natur pur. Die ersten Wanderer kamen mir bald entgegen und wir hielten einen kurzen Schwatz.

Valletta da Bever

Später wurde ich dann doch noch von jüngeren Berggängern überholt, der letzte Anstieg hinauf zum Sattel hatte es noch in sich, dann ist Margunin auf 2426m erreicht, zwar noch nicht ganz der höchste Punkt, aber bald. Da könnte man nach Samedan absteigen, doch ich wählte den Weg nach Marguns um dort mit der Bahn zu Tal zu fahren.

Es ging nochmals etwas hinauf, dann leicht hinunter bis ich auf den Weitwanderweg Via Engadina traf. Bereits bot sich ein wunderbarer Ausblick auf Samedan und Pontresina und das Berninamassiv.

Nach ein paar Kehren abwärts ist die Bergbahnstation erreicht, für die Bikes gibt es zum Glück einen eigenen Trail.

Natürlich benötigte ich wesentlich mehr Zeit als die angegebenen drei Stunden, doch das macht ja nichts, dafür habe ich es voll genossen.

Die Talfahrt mit dem Gondeli bot noch den krönenden Abschluss der Tour, unten angekommen, sah ich dann meinen Bus abfahren. Dafür fand ich am Bahnhof einen Hofladen vor, ich hatte nur sehr wenig Wasser dabei, so genehmigte ich mir dort ein Glacé und ein Rivella.

In St Moritz kam der Bus auch noch verspätet, so dass ich erst nach 18 Uhr und sehr müde in Maloja im Hotel eintraf.

Um für das Abendessen nochmals das Zimmer zu verlassen, hatte ich keine Lust und war auch zu müde, doch das war gar kein Problem, ich hatte noch genügend Proviant im Rucksack, um mir das Abendessen sicherzustellen.

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