Strelapass

von Davos-Schatzalp nach Langwies über den Strelapass,  (Jakobsweg Graubünden_Etappe 9)

Freitag, 23. August 2019 ca.  4h, ca. 14 km, ⇑ 560m ⇓ 1088m

(durch Benutzung der Bahn zur Schatzalp kann 1h und 300 Meter im Aufstieg eingespart werden)

Das Hotel Dischma, wo ich übernachtete, macht von aussen einen unscheinbaren Eindruck, es überzeugt jedoch durch seine “inneren Werte”. Sehr freundlich wurde ich empfangen und bekam auch gleich mit dem Zimmerschlüssel die Gästekarte ausgehändigt. Mit der durfte ich heute kostenlos Bus und Bahn fahren.

Treppenhaus und Zimmer machen einen hellen freundlichen Eindruck, scheint kürzlich renoviert worden zu sein. Auch wenn die Materialien und die Innengestaltung nichts Besonderes darstellen und wenig an Stil zeigen, fühlte ich mich sofort wohl im geräumigen Einzelzimmer mit dem grossem Balkon. Der Anziehungspunkt des Hauses scheint vor allem die Speisekarte, respektive die Küche zu sein. Das Restaurant war gut belegt. Sie bieten Fleischgerichte und Burger an, das kommt hier anscheinend gut an. Burger mit Süsskartoffelfries und Salat, das war dann auch mein Znacht und schmeckte mir sehr gut.

Am Morgen strahlte die Sonne, meiner heutigen Passwanderung steht nichts im Wege. Die Schatzalp ist mit der Bahn rasch erreicht, dann aber geht es stetig aufwärts.

Nun erwartete mich ein prächtiges Bergpanorama. Ein Bergspitz fällt besonders auf, da er in etwa die Form vom Matterhorn hat, es ist das Tinzenhorn, wie mir das App Peak Finder angibt und der breite Rücken daneben mit leicht rötlicher Farbe ist der Piz Ela. Gegenüber sehe ich zum Jakobshorn. Weiter oben konnte ich den Grossducan, das Älplihorn und den Sertigpass erkennen, diese sind mir ja bekannt. (nur optisch).

Ab der Schatzalp bis zur Strelalp führt ein Fahrweg hinauf, doch danach geht es auf einem angenehmen Bergweg weiter. Dieser ist nicht sonderlich steil, trotzdem nahm ich es gemütlich und setzte mich auf fast jedem Bänkli kurz hin, rein schon wegen der Aussicht. Bald kam das Berghaus Strelapass in Sicht. Hier führt der Panoramaweg zur Parsennbahn.

Im Berghaus wollte ich eine längere Pause halten, jedoch nur um etwas zu trinken. Doch als dann ein verführerischer Duft in meine Nase drang und ich erfuhr, dass dies der soeben fertig gebackene Apfelstrudel sei, konnte ich nicht wiederstehen und probierte davon. Gut gestärkt, er hat mir zur normalen Portion mit Rahm, noch den Anschnitt dazu gelegt, machte ich mich später an den Abstieg. Mit dem Apfelstrudel war ich für den Rest des Tages verpflegt, ich trank nur noch Wasser. Meinen mitgebrachter Proviant trug ich wieder zu Tale.

Ziemlich steil geht es gleich nach dem Pass hinunter bis zur Brücke über den Hauptertällibach. Die Kulisse hat geändert, ich sehe nun die Bergstationen der Aroser Berge aber auch schon ins Tal hinunter.

Doch vorher komme ich noch ins Sapün, einem Hochtal und einer ehemaligen Walsersiedlung, deren sonnengeschwärzte Holzhäuser teilweise vierhundert Jahre alt sind. Es ist eine sehr schön anzuschauende Siedlung. Davon habe ich im Zusammenhang mit dem Walserweg Graubünden gelesen und ich habe mich bereits darauf gefreut.

Speziell sind die Sprüche an den Hauswänden.

Was für Gegensätze zu den Engadiner Bauernhäusern. Die Häuser der Walser sind eher klein, und wie hier oft komplett aus Holz und am Hang gebaut. Der Stall steht separat. Reichtum kam hier kaum vor. Die Walser führten ein bescheidenes und arbeitsintensives Leben.

Sapün ist heute kaum mehr ganzjährig bewohnt. Etwas oberhalb Dörfli befindet sich das Berghaus Heimeli, das auch im Winter geöffnet sei und wo man übernachten kann.

Nach Sapün Dörfli folgte ich dem Wegweiser Jakobsweg und Walserweg, der auch als Sommerweg angegeben ist. Nun geht es auf einem Wiesenpfad dem Hang entlang und später im Wald etwas steiler abwärts und am Ende noch dem Fahrweg entlang. Kurz davor passierte ich noch die alte Holzbrücke, ein Wahrzeichen für den Schanfiger Höhenweg, leider konnte ich kein Bild davon machen, ich musste zulaufen.

Bereits fielen ein paar Tropfen und ich hörte Donner. Richtiger Regen gab es erst am Abend, ich war froh, noch trocken im B&B in Langwies einzutreffen. Ein gemütliches Zimmer mit eigenem Bad erwartete mich, und da das einzige Restaurant im Dorf im Moment umbaut und somit geschlossen ist, bot mir Ernesto an, mich entweder nach Lizirüti zu fahren oder mir etwas einfaches zuzubereiten.

So habe ich Reis mit Pilzen und Salat gegessen und geniesse noch einen gemütlichen Leseabend. Ich bin über diese zusätzliche Dienstleistung sehr dankbar, denn üblicherweise wird in einem B&B kein Abendessen angeboten. Ich bin jedoch sehr froh, dass ich nicht so noch einmal weg musste, um Essen zu können.

Morgen ist sozusagen mein letzter Wandertag, die Etappe 10 laufe ich noch, dann aber werde ich mit dem Jakobsweg Graubünden abschliessen und auf andere Weitwanderwege ausweichen.

 

Für die Etappe 9 auf Route 43 (Via Son Giachen) von Davos Dorf nach Langwies, ohne Bahnbenutzung, wäre mit einem Zeitaufwand von 5h, zu rechnen und auf den 14 Kilometer sind 860 Meter im Aufstieg und 1050 Meter im Abstieg zu bewältigen.

Etappe 9, Davos – Langwies, aus schweizmobil.ch mit Karte

 

 

 

 

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