Burgruinen und prähistorische Felszeichnungen

Von Sils zur Ruine Campell, den Felszeichnungen auf Crap Carschenna und zur Burgruine Hohen Rätien

Freitag, 20. September 2018 ca. 3, 3/4 h, 11,5km, ca. ⇑ 645m ⇓ 630m

(Walserweg Graubünden_Etappe 6 führt über Hohen Rätien und Crap Carschenna hinauf nach Obermutten)

Vor ein paar Jahren wanderte ich auf der Veia Traversina und kam an der Burg Hohen Rätien vorbei, mir gefiel es dort oben auf dem Felsen über Thusis so gut, dass ich nochmals herkommen wollte, um vielleicht auch noch weiter hinauf zu laufen. Jedoch habe ich mir die Möglichkeit bis nach Obermutten aufzusteigen, aus dem Kopf geschlagen, es sind mir zuviele Höhenmeter im Aufstieg.

Für heute plante ich somit eine Rundwanderung ab Thusis. Das kurze Stück bis Sils Dorf bin ich mit dem Bus gefahren und ersparte mir damit etwa eine halbe Stunde Weg, das ich auch bereits kenne. In Sils i. D. beim grossen Brunnen (heute ohne Wasser) starte ich meine Wanderung. Zuerst gehts hoch zu den Bahngeleisen, dann überquere ich die Strasse und steige nochmals höher, einem schönen und schmalen Weg im Wald folgend. Bald gelange ich zu einem kleinen Parkplatz an der Strasse nach Tiefencastel. Ich wollte noch die Ruine der Burg Campell besuchen, dafür muss ich ein Stück der Fahrstrasse retour und danach auf der Zufahrtsstrasse zu der Häusergruppe vor der Burg hinunterlaufen. Von innen kann die Burg im Moment nicht besichtigt werden es sind Bauarbeiten in Gange. Dafür werfe ich einen Blick vom Fels hinunter zur Albula und auf die Bahngeleise. Der Bahntunel führt unter dem Felsen durch.

Da schriftliche Angaben über die Erbauer der Burg fehlen, wird nur angenommen, dass es sich um die Herren von Campell handelt. Seit dem 13. Jahrhundert steht die Burg schon dort, am Ausgang der Schynschlucht. Der Bau wurde als Wohnschloss laufend erweitert und mehrere Falilien lebten darin. Somit blieb die Burg auch lange in gutem Zustand erhalten, bis dann langsam der Verfall einsetzte.

Ruine Burg Campell (oder Campi)

Ich dachte, dass ich mehr von der Burg zu sehen bekomme, somit hat sich mein Umweg nicht wirklich gelohnt. Ich mache mich auf den Weg hinauf zum Crap Carschenna zu den peähistorischen Felszeichnungen.

Ein Natursträsschen führt konfortabel in die Höhe, ich nehme später eine steile Abkürzung damit ich die lange Kurve nicht auslaufen muss, und rascher als erwartet, komme ich zum Schild, das zu den Felszeichnungen und zum Crap Carschenna führt.

Felszeichnungen bei Crap Carschenna

Es müssten viele sein, nur wenige davon bekomme ich zu sehen. Ich geniesse vor allem auch die Aussicht beim höchsten Punkt und die Ruhe, niemandem bin ich bis hierhin begegnet.

Info zu den Felszeichnungen und zu Hohen Rätien

Danach führt der Weg über Weiden bei Carschenna und später in den Wald hinein. Ein warmes Windchen weht und die Nachmittagssonne wärmt angenehm, doch im Sommer möchte ich da nicht laufen an der prallen Sonne.

Aussicht ab Crap Carschenna auf Thusis und den Heinzenberg

Dann dringt mir ein unheimlich guter und intensiver Duft in die Nase. Ein Haufen mit Holzschnitzel steht da am Wegrand. Am liebsten würde ich mich gleich hineinwerfen und liegenbleiben. Tat ich dann aber nicht, dafür packte ich mir ein paar Schnitzel vom Arvenholz ein und werde sie heute Abend neben mein Kopfkissen legen. 🙂

„Waidmannsheil“

Ich trage ja deshalb ein rotes Kopftuch! Dem ersten Menschen, dem ich heute begegnete, ist ein Jäger.

Die Burg Hohen Rätien liegt vom Weg etwas erhöht, sie ist in Privatbesitz, jedoch öffentlich zugänglich. Für die 5.- Eintritt steht eine Säulenkasse bereit. Mit diesem Geld wird ein Teil der Renovationen finanziert. Tische, Stühle und Bänke laden zum Verweilen ein.

Burg Hohen Rätien

Etwas Respekt hatte ich gegenüber dem Weg direkt entlang dem Felsen nach Thusis hinunter, doch der war dann gar nicht so schlimm. In einer guten halben Stunde kam ich unten an, direkt unter der Autobahn an der Strasse nach Tiefencastel. Ich habe mich immer gefragt, wie es denn möglich ist, direkt und ohne Umweg über Sils und Burg Ehrenfels, dem Fels entlang zur Hohen Rätien hinauf zu gelangen. Der Weg ist gut im Wald versteckt und die paar Höhenmeter sind sowohl aufwärts wie abwärts gut zu machen. Da kann ich gut einmal aufsteigen, wenn ich wieder einmal Lust habe, durch die Viamala zu laufen, denn der Umweg zu Fuss über Sils ist langweilig.

In Thusis blieb mir noch etwas Zeit für das Cafe gleich am Bahnhof und für den Heimweg nahm ich die langsame Verbindung mit der S-Bahn nach Chur und dem RE nach Zürich, weil dies mein Sparticket so vorgab.

Während der Heimfahrt am Zürisee regnete es, ob das nun das Ende der schönen und warmen Tage ankündet?

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