Filisur- Bellaluna

Filisur und Bellaluna

Montag, 13, August 2018 ca. 2, 1/2h hin- und zurück, 9km, je 100m auf-/ und ab

Noch einmal frühstücken und sich fühlen wie die Herrschaften im frühen 20. Jahrhundert. Dies durften wir heute morgen in der eindrücklichen Eingangshalle mit den Marmorsäulen bevor wir vom historischen Kurhaus Bergün Abschied nehmen mussten. Danach sind wir eine Ortschaft weitergezogen.

Kurhaus Bergün

Gestern Abend, wie auch die Tage davor, speisten wir vorzüglich, die Mahlzeiten sind fantasievoll zubereitet aus Bio Produkten aus der Region und sprechen Auge wie Gaumen an. Das Kurhaus in Bergün empfehle ich somit gerne weiter.

Bei Sonnenschein reisten wir von Bergün ab, als wir in Filisur aus dem Zug stiegen, regnete es. Ein steiles Kiesweglein führte uns vom Bahnhof ins Dorf hinunter zum Hotel Schöntal. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, machten wir uns auf einen Rundgang durch das Dorf und die nähere Umgebung. Eigentlich haben wir uns vorgestellt, den Nachmittag an einem schönen Plätzchen in der Natur lesend zu verbringen, doch dazu regnete es zu stark und wir haben statt dessen für unser Picknick Unterschlupf im winzigen Holzlager an einer Feuerstelle gefunden. Natürlich bietet ein Holzscheit als Unterlage nicht den gewünschten Sitzkonfort, doch wenigstens war es mehr oder weniger trocken zum Sitzen.

Filisur liegt auf gut 1000m und galt früher als wichtiger Standort für den Handelsverkehr über den Albulapass. Die meisten Häuser sind im Engadinerstil gebaut und weisen reiche Verzierungen auf, eine Wandmalerei stammt von Hans Ardüser aus dem Jahr 1595. Ich hatte bereits im letzten Jahr in Alvaschein ein von Ardüser dokoriertes Haus bewundert.

Wir wollten noch zu der Stelle gehen, die früher das Zentrum des Bergbaus in der Gegend bildete. Die Stelle im engen Talkessel zwischen Filisur und Bergün trägt den romantischen Namen „Bellaluna“, es wird jedoch vermutet, dass der Name aus einer falschen Ableitung aus dem romanischen Flurnamen „Ball all’üna“, übersetzt, Mitternächtlicher Hexentanz, stammt, denn das ganze Albulatal war bis Mitte des 19. Jahrhunderts romanisch.

Auf jedenfall prägt die Stelle eine sehr bewegte Geschichte nicht nur aus den Zeiten des Bergbaus sondern auch danach, als in einem der verbleibenden Wirtschaftsgebäude eine Gaststätte entstand. Über zwanzig Jahre wirtete darin die legendäre Paula Roth, die dann im Jahr 1988 einem Raubmord zum Opfer viel. Weitere Übernahmen des Gebäudes folgten und scheiterten so, dass dem Ort gelegentlich nachgesagt wird, dass ein Fluch darüber ihn herrsche. Jedenfalls sind die vielen Berichte und Beiträge im Internet wesentlich spannender, als das, was wir vor Ort angetroffen haben. Heute ist das Gasthaus nicht mehr in Betrieb, es schien aber doch noch teilweise bewohnt zu sein.

Der Weg von Filisur führt der Albula entlang, war angenehm zu gehen und er ist Teil der Via Albula/Bernina.

gegen Fünf kehrten wir wieder zurück voller Vorfreude auf den kommenden Tag.

mehr Info zu Bellaluna

 

Bellaluna das ehemalige Direktions- und Knappenhaus
im Wald bei Bellaluna zufällig entdeckt, verm. ehem. Stolleneingang

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