Val Niemet-Passo da Niemet-Monte Spluga (IT)

Innerferrera – Val Niemet -Passo da Niemet – Monte Spluga

Mittwoch, 23. August 2017, ca. 5,5 – 6 Stunden (Pausen nicht berücksichtigt)

Das Val Niemet ist, wie das Valle di Lei, ein Seitental vom Val Ferrera oder Avers. Beide Täler führen nach Italien. Das Tal wird als besonders schön und wenig begangen beschrieben, das war für mich perfekt für diesen schönen Tag. 

Ohne Frühstück ging ich kurz vor Sieben aus dem Haus. Gestern hatten sie im Hotel Post in Andeer Ruhetag, mein Schlüssel hing in einem Briefumschlag an der Haustüre. Gesehen hatte ich bis jetzt noch niemanden. Das Postauto brachte mich wieder nach Innerferrera. Ich lief unter der Hauptstrasse hindurch zum Gemeinde Werkhof und folgte einem Forstweg im Wald aufwärts. Bald schon zeigte sich die Landschaft wirklich einzigartig, liebliche Bächlein, grosse Steinbrocken, imposante Felswände und schöne Pflanzen. Und natürlich fand ich da auch die Ruhe vor, von der ich gelesen habe. Nur das Plätschern vom Bächlein oder vom Quellwasser, das über die Steine hinunter läuft, war zu hören. Nach etwa zwei Stunden erreichte ich die Alp Niemet und kam endlich in die Sonne. Eine zahlreiche Ziegenherde weidete am Hang oben. Hier endet der Alpweg und es folgt ein angenehmer Bergwanderweg. An drei Pferden musste ich noch vorbei. Inzwischen hatte ich bereits ein paar hundert Höhenmeter gewonnen. Gut markiert führt der Weg nun ein bisschen steiler weiter aufwärts, es folgt noch eine Alp, mit einer kleinen Hütte, der Boden ist hier recht sumpfig. Von nun an führt der Weg an der linken Hangseite entlang weiter bis zum Pass da Niemet auf 2295 M. ü. M. Hier ist auch die Landesgrenze zu Italien. Einen Teil meiner Mittagspause verbrachte ich noch in der Ruhe und Abgeschiedenheit, dann trafen die ersten Wanderer aus Italien ein. 😒

Bald machte ich mich an den Abstieg, denn ab Monte Spluga gibt es nicht so viele Busse zurück nach Splügen und Andeer. Sehr bald schon kam ich zum Lago Enet, einem kleinen Bergsee und wie es scheint, einem beliebten Ausflugsziel der Italiener. Ich traf erstaunlicher-weise sehr viele Menschen an, überall lagen sie im Gras an der Sonne und es gab so  viele Trampelpfade, dass ich mich nicht mehr zurechtfand, welchen ich nun nehmen sollte. Ich musste mehrmals fragen, denn angeschrieben war hier natürlich nichts.

Den richtigen Sentiero fand ich dann doch noch, dieser führt rechterhand rund um den steilen Hang herum, war teilweise sogar in den Fels gehauen. Der Weg ist zum Glück breit genug und an heiklen Stellen mit Drahtseilen gesichert. Es herrschte reger Verkehr, vor allem kamen mir viele Wanderer, alt und jung und Kinder, entgegen. Doch das Kreuzen ging immer recht gut. Als ich dann am Ende dieses Wegstückes ankam, sah ich links weit unten einen See und eine grössere Ortschaft. Doch Monte Spluga kann das nicht sein. Bald kam ein Wegschild, das links nach Madesimo zeigt, das andere Schild wies an den Ort,  woher ich gerade gekommen bin, sonst nichts. Also ging ich weiter geradeaus und bald darauf kam der Lago di Monte Spluga in Sicht.

Schäbig sah er aus, mit so wenig Wasser und einer faden Farbe. Nun führt ein breiter Schotterweg abwärts bis zum See hinunter. Dann musste ich noch etwa vierzig Minuten der Strasse folgen, bis ich Monte Spluga erreichte. Schade, dass da kein Weg von weiter oben mehr nach rechts in die Nähe von Dorf Monte Spluga führt, stattdessen führt er nur hinunter bis zum See, wo es einen grösseren Parkplatz gab. Vermutlich läuft niemand nach Monte Spluga, denn einen solchen Wegweiser sah ich auch nie. Nach etwa zwei Kilometer hätte es von einem Parkplatz aus rechts einen Weg oberhalb und abseits der Strasse gegeben, angeschrieben war natürlich wieder nichts und ich bemerkte das auch zu spät. Am See entlang gab es mehrere Parkmöglichkeiten und man sah Leute am fischen, picknicken oder herumspazieren. Mir blieb eben nur die Strasse. Endlich kam ich im Ort an und hatte noch genug Zeit in einem der Albergi einzukehren, bis zur Abfahrt des Busses um 16.05 Uhr.

Die Fahrt mit dem Bus hinunter nach Splügen war noch recht amüsant, dieser war fast voll belegt mit Schweizern älteren Semesters, die vermutlich mit dem GA oder der Tageskarte einen Ausflug nach Chiavenna gemacht haben. Seit einem Jahr sind diese Billete auf der Strecke gültig. Die Splügenpassstrasse ist teilweise recht schmal, die Kurven eng, doch nicht allen entgegenkommenden Autofahrer scheint klar zu sein, dass sie in den Haarnadelkuven nicht mit dem Bus kreuzen können, und dass der Bus Vorfahrt hat. So gab es jedesmal die entsprechenden lustigen Kommentare zu hören.

Ich war froh, am Morgen so früh gestartet zu sein. Die Wanderzeit war in Innerferrera mit 5 3/4 Stunden angegeben, ich brauchte insgesamt mit den Pausen 8 Stunden. Obwohl die Tour nicht besonders anstrengend war, da es keine schwierigen Passagen gab, waren doch etwa 900 Meter Aufstieg und 400 Meter im Abstieg zu bewältigen.

Ich könnte mir gut vorstellen, wieder einmal ins Val Niemet zu kommen, dann aber nicht ganz bis zum Pass aufzusteigen und denselben Weg wieder zurück zu laufen. Von den landschaftlich Schönheiten gesehen, war die Val Ferreraseite die schönere. Abschliessend kann ich bestätigen, dass dieses Seitental wirklich einzigartig ist.

http://www.wanderrouten.ch/niemet.htm

12_Val Niemet_IMG_1182
Weg dem Hang entlang auf der Italienseite des Pass da Niemet
12_Val Niemet_Lago di Monte Spluga
Lago Monte Spluga im Hintergrund das Dorf Monte Spluga

Ein Gedanke zu “Val Niemet-Passo da Niemet-Monte Spluga (IT)

  1. Pingback: einsames Val Niemet – annelies-on-hike

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