Vals alter Zervreilaweg

Vals- alter Zervreilaweg

Dienstag,16. August 2016, ca. 4.5h inkl. Kapelle

Der alte Zervreilawag war früher die Verbindung zwischen den beiden Walser Dörfern Zervreila und Vals. Es muss wohl ein Fuss- und Säumer-Weg gewesen sein. Kurz nach den Bergbahnen biegt der Weg ab in den Wald. Der Weg zieht sich fast ausschliesslich im Wald bergauf, teilweise noch auf den alten Platten. Durch den starken Regen von gestern waren die Steine rutschig, ich musste vorsichtig gehen. Bald fällt mein Blick auf die gegen-überliegende Talseite, wo Bäche und Wasserfälle über die Felsen in die Tiefe stürzen. Überhaupt traf ich in dieser ungestörten Landschaft eine vielfältige Vegetation mit interessanten Stein- und Felsformationen an, man könnte Zeit und Ort vergessen und sich in einen Urwald versetzt fühlen. Keiner Menschenseele begegnete ich in den 3 Stunden, nur einer auf gescheuten Gämse, die auch nicht mit mir gerechnet hatte.

14_alte Zervreilaweg
der wilde Aufstieg auf dem alten Zervreilaweg

Umso grösser war für mich der Schock, als ich dann oben auf dem Postautowendeplatz und Parkplatz eintraf, also wieder in die reale Welt zurück kam. Ich ging noch etwas weiter aufwärts dem Stausee entlang, es war kein schöner Weg, geteerte schmale Fahrstrasse mit regem Verkehr. Denn es gab noch einen Parkplatz weiter oben bei der Kapelle. Hier wollte ich den früheren Bewohner des Dorfes Zervreila gedenken, die ihre Heimat, Häuser, saftig grüne Wiesen und Weiden, zugunsten des Fortschritts aufgeben mussten.

Nun glitzert ein türkisgrüner See wo einst das Dorf war. Nur den Altar durften sie aus der alten D18_Zervreilaseeorfkirche retten. Ich folgte dem Weg noch etwas weiter bis fast zum hintern Ende des Sees, nun auf Naturstrasse und mit Fahrverbot. Die fantastische Bergkulisse entschädigte den eher langweiligen Weg. Inzwischen wurde es aber höchste Zeit für mein Mittagessen. Mein Futtersäckli bot heute wieder mehr an, neues Brot und einen feinen Alpkäse und Äpfel. In einer guten halben Stunde später erreichte ich wieder den unteren Parkplatz. Im Gasthaus Zervreila genoss ich noch einen ganz feinen Heidelbeerkuchen bevor ich dann das Postauto bestieg, das mich ins Tal hinunter brachte. Beim Aussteigen bemerkte ich meine müden Beine und Füsse, klar, ich bin heute doch 4,5 Stunden gelaufen und habe 800 Höhenmeter Aufstieg gemacht, dafür um unverzichtbare Eindrücke reicher und bis morgen wird das schon wieder.

16_Zervreilahorn
im Hintergrund das Zervreilahorn

 

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