Ein Tag in Vals

(der Titel dieses Berichtes steht nicht in Konkurrenz zum Erzählband „Nachts in Vals“ von Tim Krohn, im Gegenteil, er soll eher zum Lesen dessen anregen.

Ansonsten würde der Titel wie folgt lauten: Wandern entlang dem Höhenweg Gadastatt zur Zervreila-Staumauer

Zeitbedarf zirka 2-3 Stunden inklusive Pausen

Dienstag, 23. Juni 2026

Wer von Zürich mit dem ersten Morgenzug von 06:07 via Chur anreist und es in Chur schafft, rasch in den Anschlusszug nach Ilanz umzusteigen, trifft in Ilanz auf ein Postauto, das in Vals Post endet und hat dort die Wahl, entweder die zwanzig Minuten Weg direkt zur Talstation der Bergbahn zu laufen, oder im Café Konditorei Peng einzukehren und auf den nächsten Bus zu warten. Magi und ich zogen den Kaffee vor und es zeigte sich als gute Wahl.

Vorher reichte die Zeit trotzdem noch, um via Brücke über den Valser Rhein zum Dorfplatz zu gelangen. Die von Jürg Conzetti und Peter Zumthor entworfene Trogbrücke steht seit dem Jahr 2009 dort.

Dem Besucher von Vals stechen die vielen Steindächer ins Auge, (dies soll im Baugesetz der Gemeinde so verankert sein) was ein sehr schönes Dorfbild abgibt.

Vals – Blicke in Raum und Zeit

Ansonsten spricht natürlich das «Valser Wasser» für den Bekanntheitsgrad von Vals. Seit 2002 ist das Unternehmen im Besitz der Coca-Cola Company, das Abfüllwerk ist nach wie vor aber in Vals. Doch nicht nur das Tafelwasser alleine spielt für die Erfolgsgeschichte von Vals eine entscheidende Rolle, sondern auch die Energiegewinnung durch die Kraftwerke der Zervreila AG und die Thermalbadanlage.

Womit wir zu einem weiteren wichtigen Exportprodukt aus Vals gelangen, dem «Valser Quarzit» einem exklusiven Schweizer Naturstein aus dem Valser Tal. Aus diesem hochwertigen Material hat der Architekt Peter Zumthor die Therme Vals errichtet, die kurz nach derer Entstehung sogar unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Magi und ich sind jedoch nicht zum Baden hergefahren, sondern zum Wandern. In erster Linie wollten wir den Bergfrühling in der Höhe bestaunen. Das Gondeli erspart uns die ersten 600 Höhenmeter im Aufstieg, so dass wir frisch und munter oben ankommen und gleich loslaufen.

Über Stock und Stein, jedoch nie ausgesetzt, dafür durch wunderschöne Moorlandschaften führt der Weg sachte aufwärts. Entlang des Weges erlauben die vielen rustikalen Holzbänke immer wieder kurz zu ruhen und das Panorama zu geniessen.  

Beim Weiler Frunt ist man dann am höchsten Punkt angelangt, ein monumentaler Ausblick auf den Zervreilastausee erhält man, bei der auf einer Felswand stehenden Kapelle St. Anna. (Auch auf einen atemberaubenden Tiefblick darf man zählen)

Zuhinterst am See thront das Zervreilahorn mit 2’824m, das oft auch als das Matterhorn Graubündens bezeichnet wird, jedoch, da so schlicht und einfach, noch nicht den hohen Zulauf zu verzeichnen hat.

Es folgt noch ein kurzer, dafür recht steiler Abstieg zur Staumauer. Das ehemalige Zervreila liegt unter dem Wasserspiegel des Stausees.

Altes Zervreila: Vom Leben, bevor die Staumauer gebaut wurde

Auf der anderen Seite der Staumauer ist dann unser Ziel erreicht, ab da geht es mit dem Bus zu Tale und zurück nach Zürich. Der bereitstehende Bus jedoch musste noch ohne uns los, uns lockte zuerst die Terrasse vom Restaurant Zervreila zu einer Erfrischung in Form von Glacé und kühlem Getränk.

Die Heimfahrt war zwar lang dafür abwechslungsreich. Der Bus brachte uns nach Ilanz, es ist eine sehr abenteuerliche Fahrt. Die Fahrt mit der RhB durch die Rheinschlucht nach Chur ein weiteres Erlebnis, in Chur hat man normalerweise guten Anschluss an den Schnellzug nach Zürich.

Der Tag war lang und die Reise recht weit, doch waren wir uns einig, dass sich der Aufwand gelohnt hat, schon der Blumenpracht wegen aber auch aufgrund des tollen Bergpanoramas zusammen mit einer abwechslungsreichen Fahrt.

nützliche Info: Ungefähr jeder zweite Bus ab Ilanz fährt zum Zevreilasee hinauf, so dass man ab Vals Post noch für zwei weitere Stationen sitzen bleiben darf und so sehr nah zur Talstation kommt.

Die Umsteigezeit in Chur beträgt nur drei Minuten, hat der IC3 auch nur wenig Verspätung, ist der Zug nach Ilanz weg. Die Züge nach Ilanz verkehren halbstündlich.

Die Bergbahn bringt im Sommer die Besucher sogar kostenlos auf den Berg.

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