Im ältesten Nationalpark der Alpen sind sowohl längere wie kürzere Wanderungen möglich. Wenn auch nicht unbedingt Wildtiere gesichtet werden können, (dazu braucht man das entsprechend geschulte Auge) bieten dafür die landschaftlichen Schönheiten viel Abwechslung. Heutzutage stören sich die Besucher kaum mehr an herumliegendem Totholz, wie das vor einigen Jahren noch der Fall war.
Regelmässige Postautokurse bringen die Besucher zu den Ausgangspunkten einer kürzeren oder längeren Wanderung.
Wer jedoch lieber zu Tal statt am Berg wandert, oder seinen vierbeinigen Freund dabeihaben möchte, bleibt einfach etwas länger im Bus sitzen und fährt nach der Ofenpasshöhe weiter ins Münstertal. Das UNESCO Biosphärenreservat Val Müstair bietet ebenso viel abwechslungsreiche Wanderungen in einer einmaligen Naturlandschaft an.
Im September 2024 durfte ich ein paar Tage in der erwähnten Region verweilen und habe dazu nachfolgende Berichte verfasst.
Dienstag, 17. September 2024: «a la Riva dal Rom» ab Fuldera Furom bis Müstair, ca. 2 h und 8,8 km, ⇑ …m ⇓ 400m
Es sah ganz nach einem vorzeitigen Wintereinbruch aus, als ich meinen Rucksack für die Reise ins Unterengadin packte. Bei meiner Ankunft in Zernez war es dann auch entsprechend kühl, und während der Dorfführung, die jeweils montags um 17:00 angeboten wird, zog mir eine eisige Bise um die Ohren.
Wetterbesserung war aber in Sicht und am nächsten Tag wechselten sich Wolken und Sonnenschein regelmässig ab. Eine wunderbare Gelegenheit, einmal ein Stück dem Rombach entlang zu wandern.
Als ich im Jahr 2019 dem Jakobsweg Graubünden folgte, führte der Wanderweg weiter oben über Weiden und Wiesen durch, nun darf meistens dem Rom entlang gegangen werden, das ist doch eine attraktive Veränderung. Am Ende besteht noch die Möglichkeit, dem Kloster St. Johann in Müstair einen Besuch abzustatten, sowohl das Museum wie die Klosterkirche darf besichtigt werden.
Ich habe mich auf die Klosterkirche beschränkt um noch Zeit für den Besuch des Nationalparkzentrums in Zernez zu haben.







Mittwoch, 18. September 2024: Wanderung im Nationalpark ab Vallun Chafuol – Il Fuorn, ca. 2 ¼ h und 6,6 km, ⇑ 383m ⇓ 353m
Ein sonniger Tag stand bevor, der Bus war auch entsprechend gut belegt. Vallun Chafuol ist einer der ersten Haltestellen am Ofenpass (P3) und ich war die Einzige, die da ausstieg. Ja mir solls nur recht sein, so durfte ich ganz lange die Stille im Wald geniessen bevor mir erstmals jemand begegnete. Wildtiere bekam ich aber trotzdem nicht zu sehen, nur Vögel waren gut zu hören, wie sie ihre Warnrufe ausstossen.
Nach etwas mehr als einer Stunde erreicht man die Alp Grimmels von wo man die prächtige Aussicht geniessen darf. Mein Blick schweift auf die gegenüberliegende Seite der Passstrasse, auch das Hotel Il Fuorn, mein heutiges Ziel, ist auch in Sicht.
Innerhalb der grosszügig angelegten Markierungen darf man sich zum Picknicken hinsetzen, ansonsten sollte man die Wege nicht verlassen.
Mein Tagesmotte lautete «Genuss vor Leistung» dementsprechend blieb ich eine gute Weile sitzen, warme Sachen zum Überziehen hatte ich ja dabei.
Gemächlich führt der Weg weiter in einen Taleinschnitt, dort teilen sich die Wege, man kann entweder zum P1 oder zum P6 weiterwandern. Eine Hangrutschstelle muss danach gequert werden und es folgt noch ein letzter etwas steilerer Abstieg und schon ist Il Fuorn erreicht. Dort wartet die Terrasse auf ihre Gäste, mit Glück bei Sonnenschein.






Donnerstag, 19. September 2024: «Senda Val Müstair» Ofenpass Lü, ca. 2 ½h und 10 km, ⇑ 220m ⇓ 440m
Eine leichte und sehr beliebte Panoramawanderung führt vom Ofenpass zuerst leicht aufwärts und dann fast eben durch lichten Lärchen- und Arvenwald zum kleinen Bergdorf Lü auf 1’915 m.
Diese Wanderung liegt ausserhalb der Nationalparkzone.
Bevor man zur Abzweigung Costainerpass gelangt und dann aber entlang dem breiten Kiesweg nach Lü weiter läuft, bietet sich ein Halt im urchigen Bergbeizli Alp Campatsch an. Auch das restliche Stück Weg hat dann durchaus noch seinen Reiz, bis man Lü erreicht und Busanschluss hinunter ins Tal hätte. Eine hervorragende Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit bietet die Pension Hirschen in Lü an. Davon habe ich bereits im Jahr 2019 Gebrauch gemacht und nun gleich noch einmal.
Nach einem feinen Abendessen begab ich mich noch auf einen kleinen Rundgang.






Freitag, 20. September 2024: Lü – Pass da Costainas – God Tamangur – S-charl, ca. 4 h und 14,1 km, ⇑ 420m ⇓ 530m
Die Wanderung über den Costainerpass darf ich nun zum zweiten Mal erleben, was für ein Glück 😊
Es ist ein eher einfacherer Passübergang, sowie der gesamte Jakobsweg Graubünden eher einfachere Übergänge beinhaltet. Nur das letzte Stück der Alpstrasse entlang zieht sich noch recht in die Länge. Wer es gerne anspruchsvoller und abwechslungsreicher möchte, quert nach etwa einem Kilometer via Brücke die Clemgia und läuft auf der anderen Seite über Weiden und wurzeldurchzogenem Waldweg weiter.
Ich folgte dieser Empfehlung, empfand diese Variante dann doch recht herausfordernd und werde beim nächsten Mal wieder den Fahrweg wählen. Darf dann meine Aufmerksamkeit wieder dem Bergpanorama zuwenden statt dem Boden.
Es war noch früher Nachmittag, als ich in S-charl eintraf und mich freute, dass ich nun für zwei Nächte bleiben darf und Mactar am nächsten Tag nachkommt.
Es gäbe noch viel mehr zu schreiben, doch dazu verweise ich auf meinen Bericht aus dem Jahr 2019.
mein Bericht aus 2019 Jakobsweg Graubünden von Lü nach S-charl






