Die Nummerierung der Etappen ist aus offiziellen Dokumentationen, wie SchweizMobil, entnommen. Meine gewanderten Tagesetappen entsprechen diesen meist nicht. Denn ich optimierte jeweils An-und Abreise zum Ausgang-/ wie Zielort, und passte die Etappenlänge an meine jeweilig Tagesfittness an. Zudem nehme ich mir immer gerne Zeit für längere Pausen an schönen Plätzchen und für Besichtigungen von Kirchen, Museen etc.
Biasca → Bellinzona, 25km 6h, und 110m ↑ und 160m ↓
Montag, 28. Juli 2025
(gewandert von Biasca bis Claro, Scubiago)
Die Wetterprognose kündigte leichten Regen an, also wählte ich eine Wanderung weiter unten im Tal, wo ich allenfalls einen Bus nehmen könnte, sollte es stark zu regnen beginnen. Denn eigentlich wäre ich erst in Airolo angelangt.
Ab dem Bahnhof Biasca geht es ein gutes Stück durch den Ort, bis der sehr schöne Uferweg auf der anderen Seite der Autobahn beginnt. (meine Empfehlung: am Bahnhof Biasca den Bus nehmen bis Iragna, Prealberto)
Dem Uferdamm entlang gehend nimmt man die Geräusche der Autobahn kaum wahr. Der Uferdamm ist mit grossen Granitplatten belegt, führt fast komplett am Waldrand entlang und es ist schön schattig. Das Wegstück empfand ich auch nie langweilig.





Als ich irgendwann eine Pause hielt, hörte ich zweimal ein lautes Donnern. Naht nun doch ein Gewitter, obwohl die Wolken weiss und nicht grau waren? Ich machte mich rasch wieder auf den Weg, und bald kam ich der Sache auf den Grund, ich bin im Tessin, da gibt es viele Steinbrüche und es wurde gerade gesprengt. Ich werde mein Tagesziel trocken erreichen.
Etwa die Hälfte der Etappe Biasca-Bellinzona zu laufen sollte für diesen Tag reichen, kurz vor dem Dorf Claro suchte ich nach einer Bushaltestelle um die Rückfahrt nach Faido anzutreten.
In den kommenden zwei Tagen werde ich eine Etappe Strada Alta wandern und währenddessen in Faido logieren. Danach geht es weiter nördlich entlang der Via Gottardo weiter, den ich bin ja noch nicht durch die Leventina gewandert.
Freitag, 08.August 2025
(gewandert ab Claro biv. per Scubiago bis Station Castione-Arbedo)
Der Sommer mit seinen warmen Temperaturen ist wieder zurückgekehrt. An diesem Vormittag bin ich bereits von Personico bis Biasca gewandert und danach spazierte ich noch zum Oratorium Santa Petronilla oben am Hang. Anschliessend nahm ich beim Bahnhof Biasca den Bus bis kurz vor das Ortszentrum von Claro, stieg also mitten auf der Strecke an der Hauptstrasse aus, lief etwa dreihundert Meter zurück und kam wieder zu der Stelle, wo ich vor ein paar Tagen die Wanderung unterbrochen habe.
Zuerst jedoch wollte ich ausgiebig rasten und suchte mir ein Plätzchen im Schatten. Schuhe und Socken ausgezogen legte ich mich auf die Wiese zur Siesta. Mit dem Ergebnis, dass ich danach erst recht müde war. Doch um am Uferweg nur noch geradeaus zu laufen reichte die Energie noch.
Es kam dann der Moment, wo ich den schattigen Uferweg verlassen musste, um zur Bahnstation Castione-Arbedo zu gelangen, die sich ausserhalb eines Ortszentrums in einem Industriegebiet befindet. Coop hat eine Produktionsstätte dort und der Duft von frischen Backwaren lag in der Luft. Der Bahnsteig lag in der prallen Nachmittagssonne und das Warten war fast unerträglich. Zum Glück war es im Zug etwas kühler.
Samstag, 09.August 2025
(gewandert ab Castione-Arbedo bis Bellinzona)
Kaum erreichte ich wieder den Uferweg, fand ich es bereits schon recht warm, es war erst neun Uhr am Morgen. Wenig weiter muss man unter der Autobahn hindurch und ich verlor ein wenig die Orientierung, respektive, ich achtete nicht so genau auf die Wegweiser. Es geht zuerst nach links um den Zufluss der Moesa zu überqueren, danach kommt man wieder ans Ufer der Ticino. Da ist es dann möglich, statt dem markierten Wanderweg entlang dem Trampelpfad nah am Wasser zu laufen, da war es noch etwas schattig.



Später achtete ich zwar sehr genau auf die Wegweiser doch der stellte sich als falsch heraus, statt vor dem Sportzentrum hätte ich erst beim Golfplatz und Schwimmbad links abbiegen sollen.
Die Sonne brannte unerbärmlich und nach zehn Minuten der Strasse entlang verging mir die Lust am Wandern. Bei der Haltestelle Bellinzona, Bagno Pubblico nahm ich den Bus zum Bahnhof. Meine Energiereserven waren verpufft, für die Besichtigung einer Burg war es mir definitiv zu warm.
Am Bahnhof stand ein Postauto mit Anschrift Chur. Das ist zwar ein viel längerer Weg nach Zürich als die Zugfahrt durch den Gotthard, doch als ich die vielen Passagiere auf dem Bahnsteig für den Zug nach Zürich sah, war mein Entschluss gefasst, ich nehme das Postauto via San Bernadino nach Chur.
Da war mir auch noch nicht bewusst, dass an jenem Wochenende in Zürich die Streetparade stattfand, was die teilweise leicht bekleideten jungen Leute erklärte.