Via Gottardo, Etappe 12 und 13, Airolo – Rodi und Rodi – Lavorgo

Die Nummerierung der Etappen ist aus offiziellen Dokumentationen, wie SchweizMobil, entnommen. Meine gewanderten Tagesetappen entsprechen diesen meist nicht. Denn ich optimierte jeweils An-und Abreise zum Ausgang-/ wie Zielort, und passte die Etappenlänge an meine jeweilig Tagesfittness an. Zudem nehme ich mir immer gerne Zeit für längere Pausen an schönen Plätzchen und für Besichtigungen von Kirchen, Museen etc.

Kartenausschnitt aus SchweizMobil

Montag, 04. August 2025

(gewandert in Gegenrichtung, ab Quinto bis Airolo biv. per Madrano, aus Etappe 12)

Bereit für ein paar weitere Wanderungen im nördlichen Tessin bin ich wieder aus Zürich angereist. An jenem Tag sollten es zwei kurze Wegabschnitte werden, je einen aus Etappe 12 und 13.

Zuerst wollte ich das Teilstück Airolo-Quinto wandern, respektive wieder in Gegenrichtung.

Hinter der Kirche von Quinto führt der Wanderweg am Hang entlang, zuerst leicht hinauf und wieder hinab, später dann zwischen dem Fluss Ticino und der Autobahn weiter.

Zeitweise ist man nur durch einen Maschendrahtzaun von der Fahrspur der Autobahn getrennt. Dies störte mich grad überhaupt nicht, zumal ich im Tempo mit den Autos fast mithalten konnte. (man frage sich nun, wer dann wie schnell oder wie langsam unterwegs war)

Manchmal ist die Fahrbahn durch einen Erdwall abgegrenzt, dann hört man kaum mehr Fahrgeräusche, sie werden vom Rauschen der Ticino übertönt.

Auch bei diesem Teilstück war ich positiv überrascht. Obwohl da die Autobahn dominiert, gibt es immer wieder schöne Abschnitte, die durch ein kleines Wäldchen führen. Die Wegbeschaffenheit wechselt zwischen Wiesenpfaden, sandigen Wegen, Kiessträsschen und wenig Hartbelag ab.

Leider ist zur Zeit das Wegstück von Airolo bis zur Ruine des Castello di Salvedro gesperrt, schade. So musste ich zur Kantonsstrasse hoch und bei der Abzweigung nach Madrano den Bus nach Faido nehmen, denn ich wollte ja noch von Faido bis Lavorgo laufen.

Montag, 04. August 2025

(gewandert Faido – Lavorgo, resp. Nivo, aus Etappe 13)

Als ich in Faido aus dem Bus stieg, es war inzwischen früher Nachmittag, war mein erster Gedanke, wie ich mit geringstem körperlichen Aufwand zu einer Glacé kommen könnte.

Faido zählt drei Supermärkte, das beste Angebot hat der Coop, doch dieser liegt am weitesten von meiner Route entfernt. Nur Denner liegt direkt am Weg. Mit dem erworbenen Cornetto in der Hand lief ich noch etwas weiter, bis ich ein Plätzchen im Schatten fand wo ich mich kurz hinsetzen konnte.

Danach geht es für ungefähr sieben Kilometer ziemlich unspektakulär entlang einer Forststrasse weiter. Die Route der Via Gottardo führt am rechten Flussufer zuerst zum Dorf Nivo, danach geht es in die Höhe. Das Dorf Lavorgo befindet sich dann auf der anderen Uferseite.

Man passiert zuerst ein Industriegebäudes, das Wasserkraftwerk Piottina, ein kunstvolles Gebäude wie man sie entlang der Via Gottardo oft vorfindet, kurz dahinter ist das Dorf Nivo, wo ich die Wanderung für jenen Tag beenden wollte.

Ein Kleinbus verkehrt als Zubringer zur Bahnstation Lavorgo. Der Postbus verkehrt stündlich und manchmal sogar halbstündlich zwischen Airolo und Biasca, und verbindet die Dörfer entlang der Kantonsstrasse. Die folgenden zwei Nächte war ich in Biasca im Hotel Giardinetto einquartiert.

Donnerstag, 31. Juli 2025

(gewandert von Faido bis Rodi und von Rodi bis Quinto, aus Etappen 12 und 13)

Da ich drei Nächte in Faido stationiert war und nachher heimreisen wollte, wählte ich diese dreistündige Wanderung talaufwärts. Das heisst ich hatte den Gotthard vor mir.

Und aufwärts ging‘s anfänglich auch über eine längere Zeit. Zwischendurch, wenn die Wegbeschaffenheit es erlaubte, liess ich den Blick auf die Autobahn schweifen, respektive auf die umfangreichen und eindrücklichen Kunstbauten, mit den vielen Stützen und Brücken.

Mehrere Aussichtsplattformen dienten vermutlich einst dazu, dem Wanderer die Sicht auf diese Bauwerke zu ermöglichen doch mit den bereits morschen Brettern und den hohen Büschen sind sie nutzlos geworden.

Steinig führt der Weg hinunter zur Ponte della Vicinanca, danach folgt ein Stück entlang einer Strasse. Nicht allzu lange und dann kommt man in die Piottina Schlucht, wo noch ein Teil der alten Urner Saumstrasse ersichtlich ist. Durch die Überschneidung mit späteren Strassenbauten ist nur noch ein kleines Teilstück davon erhalten geblieben. Dank öffentlicher und privater Gelder konnte die Rettung und Wiederherstellung des verbliebenen Teils realisiert werden.

Am Eingang zur Schlucht führt der Weg am Grossen Zollhaus (Dazio Grande) aus der Mitte des 16. Jahrhunderts vorbei. Etwas weiter entlang der Hauptstrasse kommt man zur Luftseilbahn mit der zum Lago Tremorgia hinaufgefahren werden kann.

Der Wanderweg geleitet einem der Fahrstrasse hinauf zum oberen Dorfteil von Fiesso. Danach gelangt man in den Wald und darf auf weichem Boden weiterwandern. Dafür war ich dankbar, denn felsige und mit groben Wurzeln durchzogene Wege hatte ich bereits zu Beginn dieses Tages genug.

Am Ende des Waldweges kommt Quinto in Sicht, doch sind vorher noch Bahnlinie, Fluss Ticino und Autobahn zu unter und überschreiten. Es ist alles gut markiert, man kommt ohne Probleme auf die andere Seite, danach geht es nur noch ein Stück dem Wiesenpfad entlang aufwärts bis zum Dorf.

Auch Quinto bietet nicht viel an, um die Wartezeit auf den Bus zu verkürzen, es hat aber zumindest einen Brunnen um sich zu erfrischen. (erst als ich Tage später nach Airolo weiterlief, habe ich ein Osteria hinter der Kirche gesehen)

Die Dörfer entlang der beiden Weitwanderwege Via Gottardo, und vor allem dem Trans Swiss Trail, sind zwar oft durch den ÖV erschlossen, doch verkehren in kleineren Orten nur ganz wenige Kurse pro Tag, man muss somit seine Tour entsprechend gut planen.

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