In der Leventina entspricht der Trans Swiss Trail der Strada Alta, und da ich bereits entlang der Via Gottardo am wandern bin, nutze ich die Gelegenheit und wanderte ebenfalls noch etwas entlang der Strada Alta.
Airolo → Osco, 18km 5¼ h, und 760m ↑ und 740m ↓
Dienstag, 29. Juli 2025
(gewandert Airolo-Altanca)
Entgegen meinen Erwartungen ist die kurze Wanderung von Airolo nach Altanca, auf der Sonnenseite des Leventinatals, trotz den zwei bis drei Umleitungen, recht abwechslungsreich.
Es stört kaum, dass zwischendurch der Fahrstrasse entlang gegangen werden muss. Denn dafür dürfen mehrere kleine Dörfer, wie Valle, Madrano, Bugnasco und am Schluss noch Altanca durchquert werden und genau das ist auch der Reiz am Wandern entlang der Panoramaroute Strada Alta.
Ich hatte an dem Tag wieder eine Begleitung, Magi ist extra aus Zürich angereist um mit mir zu wandern. Am frühen Nachmittag erst fährt ein Kleinbus nach Piotta und so durften wir es gemütlich angehen.
Zuerst führt der Weg stetig leicht aufwärts, und immer wieder folgt ein längeres Stück auf schönen Naturwegen. Genüsslich nehmen wir die verschiedenen Waldgerüche auf.
Ab Bugnasco gibt es sogar mehrere Bänklis an schönen Plätzchen. Kurz vor dem Dörfli Altanca kommt man zur noch an der Mittelstation der Standseilbahn Ritom-Piora vorbei. Dies wäre auch eine Möglichkeit, wieder ins Tal hinunter zu kommen.
Wir wollten aber gerne noch das Dorf Altanca besuchen und hatten auch eine vage Hoffnung, dort eine „Trinkstätte“ anzutreffen. Dem war aber nicht so. Viel Leben scheint es in diesen Dörfern leider nicht mehr zu geben.
Lohnenswert war dann aber die Besichtigung der kleinen Kirche, die, aufgrund der weissen Farbe, weitherum aus dem Tal ersichtlich ist.
Auf einem Bänkli an der Sonne warteten wir auf den Bus, der uns zur Bahnstation von Ambri Piotta brachte. An der Strasse gegenüber der Station reihten sich Hotel an Hotel mit Restaurant. In Betrieb waren die schon lange nicht mehr, dies war anhand einer ausgehängten Speisekarte ersichtlich, die noch Preise anzeigte, an die wir uns schon fast gar nicht mehr erinnern können.
Vor der Station gibt es zumindest eine Sitzgelegenheit aus neueren Zeiten und der Selecta Automat hat seinen Weg auch schon bis dahin gefunden. Zum Glück war’s sonnig und warm, denn bei Kälte oder Regen sind die unbedichten Holzbänke auch nicht allzu nützlich.



Mittwoch, 30. Juli 2025
(gewandert Altanca-Osco)
Am nächsten Morgen nahm ich dann die Ritombahn bis zur Mittelstation Altanca.
Wieder blieb mir genügend Zeit, bis zur Abfahrt des Kleinbusses. Somit sollte ich mir eine sehr lange Mittagsrast erlauben dürfen, dachte ich und nahm sogar meinen Tolino mit. Dreieinhalb Stunden reine Gehzeit, gibt mir die SchweizMobil App an.
Wieder passierte ich kleine Dörfer wie Ronco, Deggio, San Martino und Lurengo. Schon am Vortag wunderte ich mich, weshalb so viele Häuser im Holzblockstil gebaut sind, so, wie ich sie eigentlich nicht im Tessin erwartet habe. Doch dann wird mir klar, dass die Leventina stark unter dem Einfluss der Urner geprägt ist.
In Lurengo hat man ungefähr die Hälfte des Weges geschafft, der schöne Teil folgt erst. Es geht abwärts, der Weg führt durch den Wald und forderte mich noch ein wenig heraus, aufgrund des felsigen und mit groben Wurzeln durchzogenen Weges. Meine Mittagspause hielt ich dann doch eher kurz, da ich nicht wusste, was noch auf mich zukommt.
Als ich dann an eine Stelle am Bach mit einem kleinen Wassertümpel kam, konnte ich nicht widerstehen, zumindest meinen Füssen ein kurzes erfrischendes Bad zu gönnen. Das Wasser war jedoch sehr kalt. Ich blieb noch eine Weile auf einem Stein sitzen und genoss die Umgebung mit den Geräuschen des Wassers im Ohr. Bis Osco war es nicht mehr weit und das letzte Stück führt entlang einer Fahrstrasse. Ich setzte mich nochmals auf eine Bank und blickte ins Tal. Bis zur Abfahrt des Buses verblieb noch etwas mehr als eine Stunde. Was mache ich noch mit dieser Zeit.
In Osco gibt es noch ein Restaurant, das zumindest Getränke und Glacé Kübeli im Angebot hat. Die Zeit reichte auch noch für einen kurzen Besuch der Kirche und danach setzte ich mich auf die Bank bei der Haltestelle und wartete. Der Kleinbus kam pünktlich und brachte mich in wenigen Minuten nach Faido hinunter.





Ausschnitt aus der Zeitschrift Bergliebe „auf den Spuren der Säumer“