Via Gottardo Etappe 10, Andermatt – Gotthardpass

Hospental → Gotthard → Haltestelle Pian Secco Belvédére, 13,1 km 4h, und 760m ↑ und 280m ↓

Freitag, 18. Juli 2025

(die 4km von Andermatt – Hospental per Zug)

Zwei Wochen später als geplant laufe ich dann doch noch zum Gotthardpass hinauf.

„ Ihr Schweizer habt es ja schon toll, ihr könnt früh morgens los und direkt in die Berge“ ,meldeten kürzlich zwei Wanderinnen aus Köln. In der Tat, da haben sie recht, das wird mir nun grad wieder bewusst, als ich um viertel nach acht in Hospental aus dem Zug steige.

Am Ausgang des Passdorfes Hospental führt der Weg der Gotthardreuss entlang sanft ansteigend in die Höhe. Schon bald hat man die Aussicht zur hochalpinen Landschaft des Gotthardmassives vor Augen. Etwa auf halber Strecke gibt es noch eine Bushaltestelle und ein Restaurant, das Mätteli. Vorher wird noch der Lüftungsschacht des Gotthardtunnels passiert, der wie eine Kathedrale in der Landschaft steht.

Der Weg wird später doch noch etwas steiler, teilweise ist weiter oben noch die Pflästerung des alten Saumweges ersichtlich. Leider sind die Alpenrosen alle schon verblüht, dazu ist der Sommer bereits zu weit fortgeschritten. Dann kommen die Windräder in Sicht, und bald schon betritt man den Kanton Tessin, bis zur Passhöhe ist es dann auch nicht mehr allzu weit.

Es war früher Nachmittag, den Mittagsbus habe ich ganz knapp verpasst, was auch nicht bedauernswert war, wieso schon heimfahren. Doch zwei Stunden auf dem Pass verbringen, wollte ich auch nicht, ich war ja vor zwei Wochen schon da. Ohne Halt lief ich am Ospizio vorbei, vor der kleinen Kapelle nach rechts und zu den „Galleria artificiale Ganne di San Antonio„, also der Hauptstrasse über den Gotthardpass.

Es sind Reparaturarbeiten im Gange, es ist lärmig und der Wanderweg von Bauutensilien belegt. Dafür hat man von dort einen schönen Blick auf die Serpentinen der alten Passstrasse.

Dafür folgt ein sehr schönes Stück Weg dem Hang entlang, sobald man die Galerie hinter sich gelassen hat. Der Weg würde dann weiter ins Bedrettotal und zur Pianseccohütte weiterführen.

Ein Stück weiter unten befindet sich die Bushaltestelle Airolo-Piansecco Belvédére, mein Ziel der Wanderung. Doch um dorthin zu gelangen musste ich noch über ein steiles Wiesenbord absteigen. Es ist zwar ein Weg markiert, doch dieser ist mit hohen Gräsern überwachsen und zum Teil ausgewaschen. Ich musste jeden Tritt vorher mit meinen Wanderstöcken abtasten. (Der Unterhalt der Wanderwege scheint nicht die Stärke der Tessiner zu sein) Zum Glück war es nur ein kurzes Stück und dann war ich unten auf sicherem Boden angelangt.

Das Postauto brachte mich in wenigen Minuten nach Airolo und dort hatte ich Anschluss an den Zug nach Hause. Die beiden Deutschen haben recht, wir dürfen uns glücklich schätzen mit den tollen Möglichkeiten die wir haben.

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