Capanna Piansecco-Alpe di Cruina-Obergesteln, 19km 6,25h, und 820m ↑ und 1’450m ↓
Mittwoch, 09.Juli 2025
1. Teil: Capanna Piansecco-Alpe di Cruina- Nufenenpass, danach mit dem Bus nach Obergesteln)
3,25h und 9 km, 720m ⇑, 220m ⇓
Nachdem es am Vortag neblig, windig und mehrheitlich regnerisch war, stand nun ein eher sonniger Tag bevor, jedoch immer noch mit Wind.
Bezeiten machte ich mich auf den Weg zur Alpe di Cruina, wo dann Magi mit dem Postauto ankommen wollte. Der Wegweiser gab als Zeitangabe eineinhalb Stunden an, doch ich rechnete mit einer Stunde mehr, und das passte dann genau.
Der Weg ist abwechselnd steinig/felsig oder sandig/weich, führt mehrheitlich aufwärts und am Ende noch steil abwärts. Man kommt an kleinen Moorseen vorbei und überhaupt ist die Landschaft sehr schön, ohne Nebel sieht man ja auch etwas.
Magi traf kurz vor elf Uhr ein, sie hatte gemäss meinem Rat ebenfalls warme Sachen dabei, die brauchten wir dann für den restlichen Tag. Ein sehr kühler Wind begleitete uns den ganzen Weg hindurch.
Gleich nachdem wir losgelaufen sind, schlug ich Magi eine Planänderung vor. Statt wie geplant über den Pass bis hinunter zur Haltestelle Ladstafel zu laufen, würden wir beim höchsten Punkt nach rechts weiterlaufen und an der Passhöhe den Bus hinunter ins Obergoms nehmen. Magi war damit einverstanden und sehr bald auch froh über diese Verkürzung der Bergwanderung.
Anfänglich erfreuten wir uns an den verschiedenen Blumen und an der wilden Gebirgslandschaft. Der mit grossen Granitsteinen besetzte Weg und den gelegentlich sehr hohen Tritten schafften wir am Anfang noch recht gut. Das änderte sich dann, je höher wir kamen.






Zwar sind ab Cruina bis zur Passhöhe weniger als fünfhundert Höhenmeter zu überwinden, doch diese empfanden wir eher anstrengend, in etwa wie Treppensteigen mit unterschiedlich hohen Stufen.
Immer wieder mussten wir eine kurze Verschnaufpause einlegen und so wurden wir eben von allen, die sonst noch unterwegs waren, überholt. Mehrere Male waren es bekannte Gesichter, von solchen, die ebenfalls auf der Capanna Piansecco übernachtet hatten.
Der Nufenenpass ist mit seinen 2478 m.ü.M die höchstgelegene Passstrasse, welche vollständig in der Schweiz liegt. Er verbindet das Wallis mit dem Tessin und beginnt in Ulrichen und führt nach Airolo. Der Nufenen ist die jüngste der 3 Gommer Alpenpässe und wurde 1969 eröffnet. (aus http://www.goms.ch)
Der Nufenenpass war zu alten Zeiten als Handelsrute von wenig Bedeutung, diese führte über den Griespass nach Italien.
2. Teil: ab Obergersteln Richtung Nufenenpass bis zur Bushaltestelle Ladstafel)
2,5h und 7,2km, 590m ⇑,
Hinter dem Bahnhof geht es gemütlich nach Ulrichen, dann beginnt der Weg sanft anzusteigen und führt auch immer wieder einmal flach weiter. Magi und ich waren froh, heute auf weniger anspruchsvolles Gelände zu treffen.
Zwei kleine Herausforderungen gabs aber trotzdem noch, eine Hängebrücke musste überquert werden, und später führte der Weg sehr nah am Bach entlang, dem wären wir liebend gerne gefolgt, mussten dann aber etwa 2km der Strasse entlang gehen, warum das wohl?
Eine Herde junger und neugieriger Rinder wartete direkt darauf, uns zu „begrüssen“, woran wir jedoch kein Interesse hatten.




Nach der Mittagspause verbleib noch ein letzter Anstieg. Die Windräder des Windparks Gries, des höchsten Windparks Europas auf einer Höhe von 2500 m.ü.M. sind nun gut sichtbar sowie auch die Staumauer vom Griessee. Die Bushaltestelle Ladstafel befindet sich gleich oberhalb der alten Steinbrücke.



Vor dem Alpgebäude stehen Tische mit Bänken, so dass man die Wartezeit bequem verbringen kann. Es gibt eine kleine Auswahl an Getränken zu kaufen und auch Bergkäse und Ziger.
Viele, die den Vier-Quellen-Weg laufen, nehmen ab Ladstafel den Bus, nachden sie einen Teil des Abstiegs vom Nufenenpass bewältigt haben. Doch eigentlich ist genau dieser Teil landschaftlich sehr schön, steinige Wegstücke gabs ja auf der anderen Seite vom Pass schon genug.
Im Gegensatz zum steinigen Nufenenpass empfanden wir die Wanderung vom Obergoms bis zur halben Höhe viel weniger anstrengend, obwohl es hundert Höhenmeter im Aufstieg mehr waren, als am Tag davor.