Altdorf → Wassen, 28 km, 8h und 1050m ↑ und 600m ↓
(Ab Attinghausen ist diese Etappe zugleich Teil der Etappe 20 und Etappe 21 des Trans Swiss Trail)
Montag, 30. Juni 2025
(gewandert 9,5 km bis Erstfeld)
Was einem in Altdorf gleich auffällt, sobald man das Telldenkmal einmal hinter sich gelassen hat, sind die vielen Mauern, die das Dorfbild zieren. Insgesamt durchziehen 16 Kilomerter historische Natursteinmauern das Dorf. Dazu kommen die Bruchsteinmauern, die private Gärten von öffentliche Gassen abtrennen.
So interessant es auch sein mag, durch von Mauern eingesäumte Gassen zu wandern, empfand ich es dann erfrischend, als es über offenes Weideland weiterging. Jedes noch so leichte Lüftchen ist bei den sommerlichen Temperaturen eine Wohltat.
Mit vollgepacktem Rucksack, der mit Wanderstöcken, Proviant und zwei Wasserflaschen etwa 14kg wiegt, bin ich kurz vor zehn Uhr in Altdorf angekommen. Nach der Besichtigung des Türmchens und einem Kaffee war ich startklar für das Wanderabenteuer Via Gottardo.







Nach einer Dreiviertelstunde war das Reussufer erreicht, dieser folgt man dann für lange Zeit. (In Hospental fliessen die Furkareuss und die Gotthardreuss zusammen) Im Wissen, dass noch spannende Wegabschnitte folgen werden, nimmt man den eher eintönigen Uferweg in Kauf. Eine Ausnahme gibt es aber doch, die Miniatur-Axenstrasse, ein 90 Meter langer Tunnel.


Etwas später kommt man am Truck-Stopp vorbei, da wurde gut überlegt, die sauberen Toiletten sind auch vom Uferweg her zugänglich.
Nach einer längeren Pause, auf einer Bank im Schatten, verblieben noch dreissig Minuten Weg bis Erstfeld, meinem Ziel für den ersten Tag.
Ich hatte mich für zwei Nächte im Gasthaus Schäfli in Intschi einquartiert, somit stand noch eine Busfahrt bevor. (Bus verkehrt stündlich)

Dienstag, 01. Juli 2025
(gewandert 12,8 km, mit 505m im Anstieg, von Erstfeld bis Meitschligen)
Am nächsten Morgen brachte mich der Bus wieder hinunter nach Erstfeld. Ein gutes Stück darf noch dem Reussuferweg gefolgt werden, danach geht es am Hang entlang weiter.
Wieder trifft man auf die vielen Trockensteinmauern zwischen denen der Wanderweg als schmale Gasse hindurchführt. Die Ortschaft Silenen scheint ebenso Wert auf den Erhalt seiner Mauern zu legen, wie der Kantonshauptort Altdorf.
Auch in Silenen steht ein Turm, (Turm der Edlen von Silenen oder Meierturm genannt) Die Adligen von Silenen amteten als Meier der Zürcher Fraumünsterabtei und verwalteten deren Güter im unteren Reusstal.
Der gut erhalte Turm aus dem 13. Jahrh. darf besichtigt werden. Er ist, wie das Türmchen in Altdorf, im Innern hohl, diente jedoch einmal als Wohnturm. Moderne Treppenkonstruktionen führen heute die Besucher nach oben.






Danach geht es weiter nach Amsteg, wo ein markanter und kunstvoller Bau ins Auge sticht, das SBB Kraftwerk, das den Bahnstrom für die Nord-Südachse und den Gotthardtunnel liefert.
Gleich dahinter führt der Weg leicht in die Höhe und forderte mich nochmals heraus. Das schwülwarme Wetter machts einem nicht leicht, auch meine Füsse beginnen zu brennen.
Etwas später fings an zu regnen, es blieb dann aber beim warmen Sprühregen, doch erreichte mich dieser unerwartet, als ich an einem sehr schönen Aussichtspunkt eine Pause einlegen wollte.
So lief ich zügig weiter, immer nach einem allfälligen Unterstand Ausschau haltend, sollte doch noch ein Platzregen folgen. Dafür reichte es mir auf einen früheren Bus, der mich in wenigen Minuten nach Intschi zurückbrachte.
Ein wohlverdientes Nachmittagsschläfchen rundete meinen zweiten Wandertag ab.


Das Gasthaus Schäfli in Intschi: Bei meiner Ankunft fiel mir der beissende Geruch nach Fritiertem auf, doch im Zimmer im zweiten Stock roch ich es nicht mehr. Beim Abendessen war klar, die Hausspezialitäten sind fritierte Hähnchenstücke an Spezialsauce. Die Gaststube und die Terrasse waren gut belegt, wie auch am Folgetag um die Mittagszeit. So probierte auch ich die Hähnchen aus, und die waren in der Tat lecker. Dies durfte ich mir erlauben, da ich ja weiterziehe, im Gegensatz zu den beiden kugelrunden 😂 Hauskatzen, die bestimmt auch etwas von den Köstlichkeiten abbekommen, ansonsten den Tag aber liegend verbringen, jede « bewacht » eine Etage.
Mittwoch, 02. Juli 2025
(gewandert 7,8 km und 420m Aufstieg von der Meitschligenbrücke bis Wassen Dorf)
Nach einer kurzen Busfahrt am nächsten Morgen lag noch das letzte Stück der Etappe 8 vor mir.
Die Autobahn, vermutlich ein Fluch und ein Segen für die heimische Bevölkerung, begleitet einem für die erste Viertelstunde auf diesem Abschnitt, danach führt der Wanderweg in den Wald hinein.
Kaum sind ein paar Höhenmeter geschafft, geht’s gleich wieder steil hinunter zur Reuss und dann in diesem Stiel weiter bis Wassen.





Eingangs Gurtnellen gibt’s einen Rastplatz mit Toiletten und Brunnen, wo ich meine Wasserflasche nochmals auffüllen konnte.
Obwohl erst kurz vor neun Uhr, war es doch schon recht warm, daher hielt ich meine Pause sehr kurz. War es am Morgen bewölkt aber schwühlwarm, brannte nun die Sonne mit voller Kraft.
Der Pfaffensprung ist eine von der Reuss an ihrem Oberlauf tief in den Talgrund eingegrabene Schlucht bei Wassen im Kanton Uri.
Die Örtlichkeit ist ein bedeutendes schweizerisches Geotop und eine kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeit am Flusslauf. (Info aus wikipedia)

Etwas weiter oben, als die Kirche von Wassen bereits gut zu sehen war, erlaubte ich mir endlich eine etwas längere Pause, im Wissen, es folgt nur noch ein letzter Anstieg bis Wassen.
Obwohl Wassen auf über 900 m liegt, brannte die Sonne mit voller Kraft. Doch im Hotel Gerig, wo ich ein Zimmer vorgebucht hatte, gibt es hinten eine Terrasse mit Schatten, genau richtig für ein ausgiebiges Mittagessen und danach „Zimmerstunde“ bis 17 Uhr.
Das Wahrzeichen von Wassen jedoch, von weitem sichtbar, musste ich dann, im Dorf angekommen, erst suchen gehen. Am späten Nachmittag fühlte ich mich wieder fit genug für den kurzen Dorfrundgang.

