Teilstück der Via Alpina, Etappe 14: Bunderchrinde

Donnerstag, 22. August 2024: Adelboden – Berghaus Bonderalp ca.2 ¼h, und 5,0 km, ⇑ 558 m ⇓ 143 m

Höchster Punkt: Bonderalp, 1’764m

Der gut gefüllte Zug brachte mich ab Bern nach Frutigen, und dort durfte ich in den Bus nach Adelboden umsteigen. Nach dem Mittagessen in einem Café an der Dorfstrasse machte ich mich auf den Weg. Es sind ja nur gute zwei Stunden bis Bonderalp.

Bald verlässt man die Fahrstrasse und läuft auf steinigem und steilem Wanderweg in die Höhe. Zum Glück durfte ich meistens im Schatten der Bäume laufen, denn der Tag war doch noch recht warm geworden.

Weiter oben, bei «i de Louene» nahm ich den kleinen Umweg via Fahrweg in Kauf, um «meinen Motor» etwas abzukühlen. Danach war das Berghaus auch schon in Sicht, und ich freute mich bereits darauf, den restlichen Nachmittag lesend auf der Terrasse zu verbringen.

An jenem Tag gab es nur wenig Übernachtungsgäste, so dass ich ein Kabäuschen mit Betten alleine belegen durfte, was ich durchaus schätzte.

Übernachtung: Berggasthaus Bonderalp

Freitag, 23. August 2024: Bonderalp – Bunderchrinde – Alpschelegrat – Untere Allmend (Kandersteg): ca. 3 ½ h, und 7,2 km, ⇑ 712 m ⇓ 743 m

Höchster Punkt: Bunderchrinde, 2’379m

Um sieben Uhr in der Früh startete ich den Aufstieg. Die Bunderchrinde, eine markante Kerbe im Berggrat der Loner, ist bereits gut sichtbar. Die kurze Zeit entlang dem Fahrweg erlaubte mir ein Aufwärmen, um dann für den etwas steileren Anstieg bereit zu sein.

Bald führt der Weg über Geröll weiter, zuerst hangwärts, seitlich in die Höhe, die letzten Höhenmeter sind dann in engen Kehren zu bewältigen.

Oben war ich überrascht, wie schön es dort war, es gab genügend Platz zum Rasten und den herrlichen Ausblick zu geniessen, sei es in Richtung Adelboden oder in die andere Richtung zum Aletschgletscher und zum Öschinensee.

Auch die schönsten Pausen sind einmal vorbei und man muss aufbrechen. Grad in dem Moment kam eine Wanderin von der Kandersteg Seite herauf. Nach ein paar Worten fragte ich sie nach den Wegbeschaffenheiten, denn ich war mir noch nicht sicher, ob ich den Abstieg bis ganz nach Kandersteg hinunter (meine armen Knie taten mir bereits leid), oder den Abstecher zur Allmend mit einem weiteren kurzen Anstieg nehmen soll.

Sie beschrieb mir den Weg über den Alpschelegrat, den ich zwar einmal in Betracht zog, dann aber als zu heikel befand. Doch, da ich mir das etwas heiklere Stück Weg entlang einem Felsen und über loses Schiefergestein ja zuerst anschauen könne, fand ich das eine gute Idee, zumal es dann, wenn der Geröllteil einmal hinter mir liegt, gemächlich über Alpweiden zur Allmend hinunter geht. Dort gibt es eine kleine Luftseilbahn nach Kandersteg hinunter.

Natürlich führt der erste Teil des Abstiegs ebenfalls wieder über Geröll. Danach folgt ein Wiesenpfad hinüber zum Grat, dort schaute ich mir den Weg kurz an und entschied, diesen zu gehen. Ein grosser Teil entlang dem Felsen war mit Ketten gesichert. Das Ende dieser Passage war absehbar. Die Alternative wäre der lange und steile Abstieg entlang der offiziellen Via Alpina bis hinunter an die Kander gewesen.

Ebenfalls sehr reizvoll spricht für diese Variante, dass nach dem Geröll eine sehr schöne und weite Alplandschaft folgt. Am Ende geht es noch einem Fahrweg entlang. Ein klein wenig müde traf ich beim Restaurant Untere Allmend ein, doch meinen Knien gings immer noch recht gut.

Die Heimreise im rappelvollen Zug machte mir dann auch nichts mehr aus nach diesem wunderschönen Wandertag.

Fazit: für mich war dies eine der schönsten Via Alpina Etappen, wenn auch die bis anhin technisch anspruchsvollste. Doch auch hier bin ich froh, den Weg in „Gegenrichtung“ gegangen zu sein.

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