Teilstück der Via Alpina, Etappe 12: Lauterbrunnen-Mürren

Gleich beim Bahnhof Lauterbrunnen beginnt der Aufstieg. Ein kleines Stück läuft man auf Teerstrasse an schönen Häuser vorbei und dann steil in den Wald hinein. Immer wieder werden Bäche überquert, auch der Straubbach, welcher kurz darauf zum höchsten Wasserfall wird.

Nun zeigt sich, ob und wie fit ich bin, um einen längeren Aufstieg zu bewältigen. Auf jeden Fall hatte ich genug Zeit um mir zu überlegen, welche Dinge in meinem Rucksack nicht nötig gewesen wären. Auf ebener Strecke kommt es auf ein paar Gramm mehr oder weniger nicht so drauf an, beim Aufstieg jedoch umso mehr.

Einige kurze Steh- und Trinkpausen waren nötig und zweimal fand ich eine Sitzgelegenheit um etwas auszuruhen. Einmal erspähte ich weiter oben einen Tisch mit Bänken und freute mich bereits darauf, doch beim Näherkommen war da nichts, ich habe mir das nur eingebildet. Nun habe ich eine Ahnung, wie sich eine Fata Morgana anfühlt. Zum Glück war der Aufstieg nicht durchgehend steil, sondern wechselte sich zwischendurch mit flacheren Abschnitten ab. 

Die letzte halbe Stunde führt ohne Steigung auf einer Schotterstrasse neben dem Bahngeleise entlang, das wiederum fand ich dann eher langweilig.

Im Dorf Mürren am Fusse des Schilthorns angekommen steuerte ich direkt auf ein Restaurant mit Aussichtsterrasse zu und ass einen Salat zu Mittag. Danach spazierte ich noch ein wenig durchs Dorf bevor ich im Hotel Jungfrau mein Zimmer bezog und den restlichen Nachmittag mit Lesen verbrachte.
Übernachtungen: im Hotel Jungfrau in Mürren (Zimmer mit Bad)



Dienstag, 18. Juni 2024: Mürren, Northface Trail: ca. 2h und 6,5 km, ⇑ 163m ⇓ 434m

Ich habe sehr gut geschlafen und wollte noch eine kurze Wanderung machen, bevor ich für ein paar Tage die Mehrtageswanderung unterbreche und nach Hause fahre.

Die Standseilbahn brachte mich hinauf zum Allmendhubel und dort lief ich dem mit Northface Trail markierten Wegweiser entlang nach Mürren zurück. Nochmals durfte ich das Bergpanorama bewundern und etwas weiter unten, nach der Spielbodenalp, gelangte ich auf die Via Alpina.

Was jedoch mein Herz höherschlagen liess, war die Blumenpracht. Endlich finde ich das, was mich dazu bewog, schon im Juni in den Bergen zu wandern.

Nach einem feinen Mittagessen gleich neben der Schilthornbahn war es dann mit Idylle und Ruhe vorbei, es ging im Gedränge mit der Gondel hinunter nach Gimmelwald und Stechelberg, dort mit dem Postauto nach Lauterbrunnen und dann weiter mit der Bahn.

Ich verlasse diese wunderschöne Gegend, ohne jene zu beneiden, die hier leben. Denn das ständige Gedränge durch den Overtourismus verursacht, müssen diese dauerhaft aushalten, während dessen unsereins wieder gehen kann. ☹

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