Etappe 4: Saint-Ursanne – Glovelier
Samstag, 02. September 2023, ca. 5 h, und 18 km, ⇑ 600 m ⇓ 534 m
Die ersten zwei Stunden dieser Etappe läuft man am Ufer der Dubs entlang. Bei Tariche wird die Doubs überquert, bevor es dann oben auf dem Grat weitergeht, eigentlich wieder in jene Richtung, aus der man gekommen ist. Durch die Combe du Bé geht es dann hinunter nach Glovelier.
Als ich zum Wegweiser kam, der den Verlauf des Trans Swiss Trails weiter dem Ufer entlang anzeigt, für Route 31 jedoch nach links zum Ufer hin zeigt, suchte ich nach der Brücke. Ich lief etwas vor und wieder zurück, fand aber keine. Was nun?
Doch was ist das für ein Drahtseil über den Fluss und das Boot auf der anderen Seite? Ein Mann stand daneben, ich fuchtelte mit den Armen, doch er gab dem keine Beachtung und lief weg.
Jetzt erst sah ich auch die Tafel mit der Bedienungsanleitung für die Fähre. Man müsse an der Kurbel weiter oben drehen, um das Boot heranzuholen, danach soll eine Person das Boot festhalten, währenddem die andern einsteigen. Doch was mache ich dann alleine?
Mit der Kurbel tat sich nichts, auf einem Zettel stand, man solle nichts machen. Was nun?
Ich lief wieder etwas zurück und sah zum Campingplatz hinüber. Eine Gruppe sass am Tisch. Wieder fuchtelte ich mit den Armen und sofort standen ein paar Kinder auf und gingen zum Boot. Mit Stöcken manövrierten sie das Boot hinüber und holten mich ab. Das Wasser ist vermutlich nicht tief. Trotzdem, was hätte ich ohne die Kinder gemacht!


Froh darüber, trocken auf der anderen Seite angekommen zu sein, trank ich noch einen Kaffee im Restaurant vom Campingplatz und dann ging es an den Aufstieg zum Grat. Nach einem längeren Aufstieg ging es oben eben weiter, auf Feldwegen.
Als ich wieder in den Wald kam, traf ich zum richtigen Moment auf einen Rastplatz. Bald bekam ich angenehme Gesellschaft von einem älteren Paar aus Lausanne, die ich ermunterte, sich doch auch noch einen Moment an den Tisch zu setzen. So kamen wir ins Gespräch, auch sie wanderten kreuz und quer durch die Gegend und übernachteten spontan, wo es sich grad ergab und wo etwas frei war.
Der Abstieg durch die Combe de Bé war sehr schön, ging aber auch etwas in die Knie. Glovelier, das langgezogene Dorf, scheint seine Blütezeiten gehabt zu haben. Es ist zwar durch einen Autobahnanschluss und eine Zugverbindung recht gut erschlossen, doch ich sah auch dem Verfall ausgesetzte Bauernhäuser und viele geschlossene Läden.

Es gibt zwei Hotels im Dorf, das Hotel de la Gare, dort habe ich mir ein Zimmer reserviert, und das Hotel de la Post, beide in Bahnhofsnähe. Das Hotel de la Gare bietet auf Vorbestellung abends ein Gourmetmenu für 71.- oder 95.- an. Das war mir jedoch zu teuer, zudem ohne weitere Angaben. Die Menukarte vom Hotel de la Poste war auch nicht vielversprechend, so habe ich für den Notfall vorgesorgt und bereits in St-Ursanne etwas eingekauft.
Als ich im Hotel de la Post vorbeikam, sassen Leute am grossen Tisch davor. Daneben war eine Laube mit Tischen im Schatten. Dort setzte ich mich hin, musste aber lange warten und rufen, bis ich bedient wurde. Die Glacekarte hatte ich bereits gründlich studiert, bis ich endlich etwas bestellen durfte. Jedoch nur mit viel Überredungskunst und mitleiderregenden und enttäuschten Blicken konnte ich die Wirtin dazu bringen, mir ein Eiscafé zu servieren. Sie sei alleine, erklärte sie. (Die Glacekarten hat sie dann gleich weggeräumt, die nachfolgende Wandergruppe hatte dann das Nachsehen).
Nachdem mir der Gastwirt im Hotel de la Gare noch erklärt hatte, wo ich mein Frühstück vorfinden werde, ging ich auf mein Zimmer und nahm, nach der erfrischenden Dusche mein karges Abendessen ein.
